Hanna Svoboda




  • Name: Hanna Svoboda

    Alter: 20

    Früherer Beruf: keiner

    Herkunft: Chernarus

    Sprachen: Landessprache

    Familie: Eltern, Bruder (Aufenthalt unbekannt)

    Charakter: eher introvertiert bis gedankenverloren

    grösste Stärke: kann sich schnell auf etwas fokussieren

    grösste Schwäche: vertraut schnell Menschen, die sie freundlich behandeln




    Heute



    Vorsichtig schleicht sie auf nackten Füßen durch das Unterholz, wie sie es gewöhnt war. Sie beobachtet, wie sich das eher mickrig geratene Reh, das in einiger Entfernung auf der Suche nach einem schmackhaften Büschel Gras auf der Wiese, den Kopf weit gesenkt hat. So weit, das sie ihn nur noch erahnen kann aus ihrer seitlich hinter dem Reh befindlichen Position. Das Gewehr hebend, ohne das Tier auch nur den Bruchteil einer Sekunde aus den Augen zu lassen, visiert sie es durch den winzigen Spalt oberhalb des Gewehrlaufs an, den Zeigefinger am Abzug und den Kolben sicher gegen die Schulter gelegt. Einen letzten ruhigen Atemzug befüllt ihre Lungen, sie hält die Luft an und damit das Gewehr fast absolut still, bevor ein lauter Knall, ausgelöst durch eine kleine Bewegung ihres Zeigefingers, die natürliche Stille durchbricht und Augenblicke später sieht man, wie das Reh, zielgerichtet getroffen, mit einem letzten undefinierbaren Laut auf der Stelle zusammen bricht. Nur kurz noch bewegen sich Vorder- und Hinterläufe und ein letztes Mal hebt es den Kopf an. Kaum merklich zuckt einer ihrer Mundwinkel leicht nach oben, ein Zeichen ihrer Zufriedenheit. Weiter barfüssig, allerdings auch aufmerksam die Umgebung beobachtend, wagt sie sich aus der Deckung der Bäume. Zu oft schon hat sie bei ihrer Jagd diese veränderten Menschen aufgescheucht, die den Geräuschen folgen und ein echtes Problem werden können, wenn sie einem zu nahe kommen. Dennoch marschiert sie zielstrebig auf den Kadaver zu und zieht ihn, nachdem sie sich von dessen Tod überzeugt hat, in den Schutz der Bäume zurück, wo sie ihn ausnehmen und zerteilen wird, das Fleisch in ihrem Lager so, wie sie es von ihrem Bruder einst gelernt hat, längstmöglich haltbar machen wird. Vielleicht findet sie ja auch noch irgendwo etwas zum Gerben des Felles zu Leder, das war ihr aber in der Vergangenheit nie so gelungen, wie ihr Bruder das einst beherrscht hat. Immerhin hat sie dadurch gelernt, das man alles wiederverwerten kann, auch den letzten Rest eines Tieres, das man zu seinen Zwecken mutwillig töten musste. Um alles zu finden, was sie zum verarbeiten des Leders braucht, muss sie sich wieder zurück in die Siedlungen wagen, die sie meistens meidet, denn anderen Plünderern und vor allem den Befallenen will sie nicht begegnen. Auch heute hofft sie wieder darauf, das ihr Bruder, der sich schliesslich doch auf die Suche nach Vater und Mutter gemacht hat, lebend zu ihr zurück findet...



    2006-2007


    Hanna und ihre Eltern versuchen mühsam, schon bei den ersten Unruhen, ihr Zeug zusammen zu raffen und sich und ihre Kinder raus aus der Stadt, in der Waldhütte die einst der Oma gehörte, in Sicherheit zu bringen. Sich nachweislich nicht auf eine Seite stellen, keiner Partei zugehörig sein zu wollen, kann nach den Worten des Vaters ebenso ein Todesurteil bedeuten. Die ganze Familie ahnt jedoch schlimmes. Und ein wenig froh, so weit wie möglich entfernt zu sein von den grössten Städten. Auch wenn die `Kinder` beide bereits fast erwachsen sind, bleiben sie bei ihren Eltern, damit die Familie sich nicht verliert. Der Vater und Hannas Bruder gehen regelmässig auf die Jagd und sie und ihre Mutter kümmern sich um das Haus, versuchen dem kargen Waldboden irgendwie etwas Gemüse abzuverlangen und sorgen dafür, das immer frisches Wasser, Obst und andere im Wald zu findende Dinge im Haus sind, so das sie kaum noch in die Siedlungen müssen. Nur selten verirrt sich ein Mensch in ihre Umgebung

    und so bekommen sie ab und zu ein wenig Nachricht über das, was in den Monaten zuvor ausserhalb ihres selbstgewählten Exils geschehen ist. Lange glaubte die Familie, das sie dem Krieg damit gänzlich entkommen könnten, sich nicht in die Unruhen reinziehen lassen müssten, bis eines Tages laute Männerrufe durch den Wald gehen.

    Geräusche von vollautomatischen Waffen und Kampfgeräusche dringen bis zum Haus der Familie vor und versetzen diese in Angst. Nur ahnend, was ausserhalb ihres eremitischen Lebens vor sich geht, befürchten sie zurecht, das es jetzt gefährlich wird. Hanna und ihr Bruder verstecken sich in einem Verschlag unter den Holzdielen und wie in einem schlecht gemachten Film schiebt die Mutter gerade rechtzeitig den handgeknüpften schweren Teppich wieder darüber, als die näher gekommenen Stimmen zum Teil verstummen und es laut gegen die Türe klopft. Der Vater, der sich, auf Verlangen von einem der vier Männer, ausweist, wird nach einem lauten Wortwechsel, von dem man nur einen Bruchteil in dem Versteck der Kinder versteht, gefesselt und aus dem Haus gezerrt, die Mutter unter lautem Geschrei ebenso und erst als es wieder still wird, atmen Bruder und Schwester halbwegs auf. Nach vielen Stunden, in denen die beiden unterhalb des Dielenbodens verharrt haben, wagen sie sich wieder nach oben in das nun, ausser ihnen, leer stehende Haus. Ratlos diskutieren die beiden darüber, was nun zu tun ist. Sie wägen alle Optionen ab: Bleiben, gehen, die Eltern suchen. Doch schliesslich entscheiden sie sich dafür, das sie erst einmal zusammen bleiben. Da die unbekannten Eindringlinge nichts mitgenommen haben, verbringen die beiden die meiste Zeit damit, auch Hanna das Jagen, oder besser: Den Umgang mit dem Gewehr des Vaters, beizubringen. Ihr Bruder glaubt, das es notwendig ist, das sie in der Lage ist, mit einem Schuss ihr Ziel genau zu erreichen. Deswegen gibt er nicht auf. Auch nicht, als sie angewidert fast speien muss, als sie beim ersten Ausnehmen eines Wildschweines dabei ist. Am Ende gewöhnt man sich an alles...

  • R.I.P.


    *voller Wut und Hass über diese Menschen rennt sie drauflos. "Kapitalistenschweine... dreckige Mörder" hat sie nur noch im Kopf, holt sich ihre Waffe... die Waffe ihres Vaters... zuletzt die ihres Bruders, als die Eltern weg sind... zurück. Mit der Maske von Jegres im Rucksack macht sie sich auf. Doch jeder Meter, der in ihren Lungen immer mehr brennt wie Feuer, bringt sie zur Räson. Sie will ihnen nur noch Angst machen. Angst davor, das sie die nächsten sein könnten, für die ein Auftragskiller engagiert wird. Auf einem Jägerstand macht sie eine Pause, kurz vor Grishino, schreibt ein paar Zeilen und liest sie dann nochmal durch:


    "Wer das hier findet, falls mir etwas geschieht, ich weiss, das Rache immer ein schlechter Berater war, deswegen geht es mir nicht darum, gleiches mit gleichem zu vergelten. Doch sollten all jene, die Wut und Hass im Bauch haben, wissen, das es zu nichts führt. Es gibt Menschen, die Recht haben und es gibt Menschen, die Waffen haben. Letztere sind die, die letzten Endes die Stärkeren sind. Zumindest, wenn sie ihre Macht missbrauchen. Man sollte auch jene anhören, die Recht haben. Sie bewirken gutes.

    Grishino ist kein guter Ort, auch wenn dort sicher auch gute Menschen leben. "


    sie schreibt auch noch einen zweiten Zettel, den sie an einem Ort ablegt, wo sie hofft, das irgendjemand ihn findet. In ihrem alten Haus. Versteckt, wo einst ihre Mutter gerne wertvolle Dinge versteckt hat.


    "Liebe Eltern, liebe Brüder,


    ja ich weiss, das ich einen weiteren Bruder habe, ich bin mir sogar sicher, das er mich nicht angelogen hat. Und doch glaube ich, das ich Dummheiten begangen habe. Solltet ihre mich suchen, ich werde mich in Sveltlojarsk verbergen. Jede Woche schaue ich einmal beim Hafen vorbei und hoffe, irgendwann in meinem Leben euch wiederzusehen.


    Auch wenn ich nicht daran glaube, das es jemals geschehen wird.

    Denn ich glaube, das ich die folgenden Tage nicht überleben werde.

    Wenn nicht suche ich weiter.


    Ich liebe euch.

    Hanna

    P.S. Ihr solltet nicht lange an diesem Ort bleiben und keinesfalls den Menschen in Grishino Vertrauen schenken."


    Dann macht sie sich auf den Weg zurück.

    Beginnt ein kleines Spielchen mit Grishinos Handelsposten zu spielen. Erst als sie einen Streifschuss aus dieser Richtung abbekommt, wird ihr wieder bewusst, das sie nie töten wollte... Es blutet heftig und sie gerät in Panik. Will nur noch weg.


    Was sie nicht ahnt, ist dieser Kerl, der sie im Wald abfängt, ihre Hände fesselt und ihre Kleidung sowie den Rucksack durchsucht. Das er ihr das wichtigste nimmt, als er ihr die Waffe ahnt er nicht, als er sie mit den Worten zurücklässt:"Tja, kleines, das ist dann wohl meine... danke sehr... sie klingt ziemlich gut. Ich verfolge dich schon eine Weile du dummes Ding..." sie hat nur noch Angst, spürt jeden Tropfen Blut der aus der tiefen Fleischwunde rinnt und ahnt, das nur noch ein Ort ihr gerade helfen kann... was sie dort erwartet, ahnt sie jedoch nicht und wie im Wahn erreicht sie gerade noch so das Tor, bevor sie das Bewusstsein verliert...



    (Danke Stanislaus, Mishka, besonders Boris, Cancer und Artjom, Timi, Jegres, Sergej, Jack, Karel und alle anderen mit denen ich tolle RP´s haben durfte!)


    OOC: Der Char wurde fair gerippt von Boris vor den Toren von Mishka