Schwarzes Notizbuch

  • Das Tagebuch kann Ingame beim Charakter gefunden werden.



    Ich hab keine Ahnung mehr bei welchem Eintrag ich zuletzt stehen geblieben bin, aber das ist sowieso egal. Das alte Tagebuch hab ich verloren.


    Im Moment sitze ich irgendwo am Arsch der Welt fest und hungere. Ich bin von Kranken umkreist und hoffe das sie irgendwann die Lust verlieren oder etwas sie weg lockt. Seitdem wir uns getrennt hatten, habe ich meinen Bruder nicht mehr gesehen. Alle Orte an denen wir waren oder von denen er mir erzählte hab ich abgeklappert, weit und breit nichts. Nicht mal eine Spur von ihm. Genau heute vor einer Woche habe ich aufgehört meine Fährte zu manipulieren damit er mich finden kann.


    Es werden immer weniger Überlebende. Ich habe seit langem niemanden mehr gesehen, und wenn doch, gehörten sie zu den beißenden Genossen.

    Es ist lange her das ich die Hauptstadt verlassen habe. Ich war im Krankenhaus wo ich früher gearbeitet hatte, doch auch dort ist nichts mehr zu finden was noch von Interesse ist. Überall erstreckt sich das gleiche Bild sterbenden Elends durchzogen von letzten Zuckungen des Widerstands.... Ich bin der Meinung die Kranken werden immer aufmerksamer. Gestern hatte mich einer von ihnen im Haus gesehen, früher war es ihnen egal. Sie waren zu zurückentwickelt um es zu realisieren, doch das gestern zeigte mir das sie dazu lernen. Nachdem er die anderen um Hilfe gerufen hatte, hingen sie alle vor dem selben Fenster. Irgendwas war anders an Ihm. Vielleicht bilde ich mir das alles auch einfach nur ein weil ich inzwischen mehr mit Ihnen zu tun habe als mit sprechenden Menschen.


    Auf jeden Fall dauerte es einige Zeit bis sie merkten das sie nicht rein kamen. Eigentlich fühlte ich mich sicher, bisher ist noch nie etwas passiert und sie können Türen nicht öffnen. Doch einer von ihnen wankte zielstrebig zur Tür und betrachtete diese immer wieder genau. Als wüsste er das dies nicht einfach nur ein Stück Holz ist, sondern ein Eingang. Als wäre er klüger als der Rest. Ich glaube ich werde verrückt. Gut, versuchen wir Objektiv zu bleiben....



    Testobjekt 57

    Männlich, ca 28 Jahre alt, 180cm, 65kg.

    Haarfarbe dunkel, Augenfarbe nicht identifizierbar.

    Testperson 57 scheint später infiziert worden zu sein als die anderen. Hautfarbe blass jedoch nicht extrem kränklich.

    Sichtbare Verfärbung der Schleimhäute wie bei den anderen Infizierten, jedoch keine offensichtlichen Verletzungen oder Bisswunden.

    Er trug normale Kleidung; Blaue Jeans, Grünen Pullover, dunkle Schuhe.


    Testobjekt 57 betrachtete die Eingangstür mit einer äußerst ungewöhnlichen Aufmerksamkeit. Ich habe seit dem ersten Tag viele Infizierte untersucht, beobachtet und in letzter Zeit vermehrt obduziert.... Doch Testperson 57 wies nicht das typische Verhalten auf.

    Ein Freund von meinem Bruder erzählte irgendwann mal das sie ein Soziales Verhalten haben sollen. Bisher konnte ich es nie beobachten. Aber Testobjekt 57 war anders, sein Blick war nicht stumpf und glasig. Er realisierte das etwas oder jemand vor ihm stand. Wir sahen uns durch das Glas in der Tür an und musterten uns mit beiderseitigem Interesse. Wobei sich sein Interesse vermutlich eher darauf bezog mich zu zerfleischen.

    Irgendwann setzte ich mich in eine Ecke und schlief ein. Inzwischen kann ich sogar bei den Chören der Verdammten schlafen....

    Irgendwie schon faszinierend wie sehr sich Menschen verändern wenn sie es müssen.


    Spät in der Nacht zerbrach plötzlich die Fensterscheibe. Warum weiß ich nicht, ich hatte keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen und es mir genauer anzuschauen da die Verdammten bereits schon hereinstürmten und ich abhauen musste. Ich hatte nicht einmal mehr Zeit meinen Vorratsrucksack zu schnappen. Ich bin einfach aufgesprungen, hab meine Tasche und meine Waffe gepackt und bin los gerannt. Mit dem Messer in der Hand flüchtete ich dann durch die Nacht in den Wald und konnte sie zum Glück abhängen.


    Aber das war mir eine Lehre .....

    Oh Gott, was müsste ich mir jetzt von meinem Bruder anhören wenn er gesehen hätte .....


    всегда вперед

    - Валиса

    3 Mal editiert, zuletzt von Subjekt 14 ()

  • Schwarzes Buch - Eintrag 2


    Ich habe alles im Umkreis von zwei Kilometer abgesucht. Testperson 57 ist wie vom Erdboden verschluckt. Infizierte über Infizierte. Doch nirgendwo 57. Hab ich ihn mir eingebildet?

    Ich glaube die Einsamkeit nagt an meinem Verstand. Seit längerem habe ich keinen Kontakt mehr zu Lebewesen gehabt. Und wenn doch waren es Rehe oder Hasen welche ich zerlegt und gegessen habe. Eichhörnchen auch hier und da, aber sie sind immer so schwer auszumachen.


    Ich werde die nächsten Tage noch in der Umgebung bleiben und versuchen 57 zu finden. Es sind verflucht viele Infizierte unterwegs. Erst heute hatte ich in einem kleinen Dorf mit fünf Häuser über zwanzig Seelenlose gezählt. Ich frage mich ob das der Rest der Bevölkerung ist... Oder der Menschheit? Ist es das letzte Aufkeimen von menschlichem Leben welches hier versucht zu überleben oder gibt es noch mehr dort draußen?


    Ich höre Stundenweise den Funk ab, doch fange nichts auf. Mein Funkgerät ist vermutlich auch nicht das beste. Es gleicht eher einem Walkytalkie aus meiner Kindheit. Heute habe ich ein abgebranntes Wrack gesehen. Oder eher explodiert? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall machte es den Eindruck als wäre in dem Wagen etwas in die Luft geflogen. Ich hatte schon an einen Gaskanister oder eine Granate gedacht. Was würde denn sonst in einem Auto in die Luft fliegen?

    Es lag noch ein leeres Magazin daneben aber ich bin mir nicht sicher für welche Waffe, auf jeden Fall nutzt die Waffe Nato Munition. 5.56x45

    Vielleicht noch ein Überbleibsel der Nato? Es ist aber vermutlich genau so wahrscheinlich das jemand einfach eine Nato Waffe nutzt... Hmm..


    Erstmal muss ich den Fokus behalten - Zielperson 57 hat Priorität. Drei Tage noch, dann dürfte er sich nicht mehr in meinem Umkreis aufhalten wenn das Wanderverhalten mit den anderen Infizierten identisch ist.


    всегда вперед

    - Валиса

    2 Mal editiert, zuletzt von Subjekt 14 ()

  • Schwarzes Buch - Eintrag 3


    Ich bin Ruhelos. Die selbe Unruhe die sich einschlich als wir das Paradies besetzt hatten... Ich bin gestern nochmal los gelaufen. Es war ein weiter Weg, aber mir ist etwas eingefallen. Vielleicht ist mein Bruder verschwunden um dem ganzen ein Ende zu setzen. Ich bin losgezogen um nach zu sehen ob er seinen Rucksack geholt hat ... Weit und breit war keine Spur von ihm zu finden. Die umliegenden Dörfer waren verlassen und nur der Chor der Verdammten war zu hören.


    Ich frage mich wo er ist. Dieser Sturkopf! Eigentlich schimpfe ich innerlich jeden Tag mit mir selbst "Hör auf zu suchen!" aber ich kann nicht. Nicht solange ich nicht weiß was mit ihm ist und wo er ist.

    Ich hab mir auf dem Weg dorthin noch einmal das Auto näher angeschaut, aber es war nichts zu erkennen. Weder irgendwelche Hinweise noch Fußabdrücke in der Umgebung. Wer weiß wie lange die Karre schon hier stand bevor ich sie gefunden habe.

    Ich schaute mir auch mehrere Waffen an, doch in keine passt das Magazin. Wer war so in Not um so viel Munition zu verheizen? Irgendwas muss dort wirklich schief gelaufen sein, vor allem ..... Was zur Hölle ist mit dem Auto passiert? Es steht mitten an der Straße, nicht mal in einem Ort wo man von Infizierten bedrängt werden konnte... Sprechende Angreifer vielleicht ?


    Täglich wähle ich einen anderen Weg zurück zum Lager. Selbst wenn ich verfolgt werde kann man meine Spur nicht lange halten. Ich war gestern noch weit im Norden. Ich glaube 57 hat ein anderes Wanderverhalten. Ich suchte noch einen weiteren Infizierten, 58, ungefähr selbes Alter, selbe Größe, selbe Statur. Es war schwer ihm den Helm aufzusetzen, doch so erkenne ich ihn auch aus großer Entfernung. Doch 58 bleibt immer ziemlich im selben Umkreis. Er wandert, aber nicht so beständig und unauffindbar wie 57. Hab ich ihn mir doch eingebildet? Oder war es ein überlebender der mehr wusste und unter ihnen wanderte?! - Ich bin verwirrt... meine Kopfschmerzen treiben mich in den Wahnsinn...


    всегда вперед

    - Валиса

  • Schwarzes Buch - Eintrag 4


    Obwohl ich merke das die Krankheit allmählich abklingt und die Medikamente anschlagen habe ich oft Kopfschmerzen. Gestern hatte ich jemanden gesehen, im Wald. Ich glaube mein Verstand hat mir einen Streich gespielt. Der Regen legte mir einen Schleier um und ich sah Geister ... Vielleicht sogar den Geist den ich jage.


    Nun, jedenfalls gibt es noch andere. Ich habe vier Batterien zerschossen indem ich Gefunkt habe und andere Funksprüche abgefangen habe. Ich bekam zwar keine Reaktion, aber das was ich hörte reicht mir vollkommen aus. Ich habe Zweistunden in ein Kaff gebraucht in das ich nicht einmal wollte. Und das obwohl ich mich hier auskennen müsste. Ich bin hin und wieder zu zerstreut und das macht mir ein wenig Sorgen. Vielleicht sollte ich wirklich versuchen Kontakt zu jemandem aufzunehmen. Sich ein wenig zu Unterhalten würde sicher nicht schaden.


    Ich werde versuchen herauszufinden wo diese Personen sind die ich über den Funk gehört hatte. Durch meinen Bruder weiß ich das sie nicht mehr weit weg sein dürften. Nachdem ich wieder in die andere Richtung lief und der Kontakt undeutlicher wurde weiß ich wohin ich muss. Ich werde noch einmal ins Lager gehen, meine Sachen zusammen packen und dann aufbrechen. Durch den Regen kann man meinen Fußspuren langsam aber sicher zum Lager folgen, das könnte gefährlich werden. Außerdem hab ich die Schnauze von diesen blöden Wölfen voll. Entweder sie klauen mir meine Beute die ich frisch erlegt habe, oder ich bin deren Beute. Irgendwann werde ich nicht erschossen oder erschlagen, nein der große böse Wolf frisst mich. Na was für ein heroischer Tod nach so viel Misst den ich überstanden habe.


    57 ist weiterhin nicht auffindbar gewesen. 58 ist noch immer im selben Dorf und dessen Umgebung. Bei jedem kleinsten Geräusch einer Dachrinne oder eines anderen Infizierten rennt er wieder zurück. Ich habe weder ein "Lebenszeichen" von 57 gefunden, noch habe ich seine Leiche entdeckt. Irgendwo muss dieses Ding hingekommen sein. Vielleicht ist er die Lösung die ich suche.


    Ich muss mich Sputen.

    Bis zum Lager und wieder zurück ist es ein weiter Weg.


    всегда вперед

    - Валиса

  • Schwarzes Buch - Eintrag 5


    Trotz meiner Scheu vor Menschen bin ich neugierig wen ich dort am Funk hatte. Sie haben mich scheinbar nicht gehört, aber es war eine Militärische oder sogar Paramilitärische Einheit. Noch dazu sah ich einen Überlebenden. Es machte den Anschein als ob er zur UN gehört, ob das tatsächlich so ist bin ich mir nicht sicher... Wenn doch finde ich meinen Bruder vielleicht bei ihnen, auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist das er wieder zurück geht und mir noch nicht einmal ein Lebenszeichen schickt...


    Mich interessiert das Funksignal. Aber ich bin mir nicht sicher ob ich hinlaufen sollte oder nicht. Die Sehnsucht treibt mich an, doch die Angst hält mich im Zaum. Was ist wenn ich geradewegs in eine Falle laufe? Doch für eine Person ist es zu rhythmisch... Zu gleichmäßig... Ich vermute fast dass es sich um das Krankenhaus oder die Polizeistation handelt. Vielleicht eine kaputte Sendeanlage. Oder ein Echo was Ahnungslose anlocken soll.. Nun, bisher bin ich mir Unsicher ob ich dem wirklich folgen soll. Erst schaue ich mal zu diesen "UN Soldaten". Vielleicht haben sie von meinem Bruder gehört oder ihn gesehen.


    Gestern fand ich einen schönen Ort. Eigentlich der Perfekte Ort wo wir uns hätten Niederlassen können. Direkt vor der Haustür ein Bach, Pilze und Obstbäume. Kurz darauf ist mir ein Sprung Rehe begegnet. Doch alleine wird das Paradies schnell zur Hölle. Ich denke fürs erste werde ich den Ort auskundschaften wenn mir nichts dazwischen kommt. Wenn es tatsächlich eine Falle ist, dann wird mir irgendetwas auffallen. Bewegungen, Ungereimtheiten, Fallen.


    Ich habe Wolfsspuren gesehen, für heute werde ich wohl wieder einen Ast als Schlafplatz bevorzugen.

    Gut das ich noch das Seil bei mir habe. Diese Nacht wird vermutlich lang und anstrengend werden..


    всегда вперед

    - Валиса

  • Schwarzes Buch - Eintrag 6


    Ich habe in Novy Sobor einen Fremden getroffen. Ein eigenartiger Afrikaner. Er erzählte mir etwas von UN Truppen und wo ich diese ungefähr finde. Also habe ich mich auf den Weg dorthin gemacht. Er zeigte mir ein Stück des Weges, aber irgendwann habe ich mich von ihm abgesetzt und bin verschwunden. Letztlich bin ich alleine zur UN gegangen, auch wenn die Hoffnung kaum existent war das ich dort meinen Bruder finde, so hatte ich doch auf einen Funken Glück gehofft.


    Der Gefreite, welchen ich gefunden hatte, - ein solch faszinierend unaufmerksamer Soldat - hatte mich dann zurück zum Lager genommen. Doch von meinem Bruder hatte er nicht gehört. Sowas hatte ich mir schon fast gedacht... Irgendwie finde ich diesen Gefreiten süß, er wirkt noch so unberührt und diszipliniert. Militär hin oder her, nach einem Jahr in der verdammten Apokalypse könnte mich eine Perfekt sitzende Uniform oder sonst etwas kreuz und quer. Disziplin ist bis zu einem gewissen Maße sicherlich notwendig, aber das hier ist wieder typisch übertriebene Militärmenalität.


    Ich gab ihm und auch diesem... Ich hab seinen Namen schon wieder vergessen. Diesem Afrikaner halt, die wichtigsten Informationen um beide ruhig zu stellen und ihnen die Notwendige Sicherheit zu geben. Vertrauen tun sie mir zwar nicht, aber ich brauche kein Vertrauen um mein Ziel zu erreichen. Solange sie mich nicht blind über den Haufen schießen ist das in Ordnung. Scheinbar gibt es aber auch in diesem Lager andere Leute vor denen ich mich vielleicht sogar in Acht nehmen muss.


    Im Moment bin ich mir noch nicht sicher ob es mich Weiterbringt mit der UN zusammen zu arbeiten. Doch auf der anderen Seite kann es nicht schaden. Ich komme sicherlich an Informationen ran welche vielleicht von Nutzen sein könnten. Ich glaube zwar nicht dran, aber vielleicht kann man sogar etwas mehr über diese Seuche hier herausfinden. Kajoe, oder wie auch immer. Ich glaube ich nenne ihn einfach Jack oder Joe. Ich fand es amüsant als er meinte ob ich von der Regierung komme. Als würde ich wie jemand von der Regierung aussehen. Außerdem müsste ich dann auf Paragraphen bestehen wie Einbruch, oh Gott, was auch immer mit diesem Vogel passiert ist, ich werde diesen Sesselfurzenden Paragraphen Hengst wohl nie vergessen. Hehe


    Im Moment sitze ich hier, versuche das Verhalten der Infizierten zu beobachten und vor allem herauszufinden weswegen sie einem geregelten Ablauf folgen. Was zur Hölle bringt diese nicht mehr denkenden Kreaturen dazu einem Schema zu folgen. Weder Strömung noch Temperatur wären spürbar, so wie bei Krill oder Zugvögeln. Haben sie einen weiteren Sinn entwickelt wie die Ameisen? Das sie sich an einem Muster orientieren welches für den Menschen unscheinbar oder gar nicht existent ist? Oder spinne ich einfach inzwischen schon zu sehr.. Vielleicht versuche ich auch nur einen Tieferen Sinn zu finden damit nicht alles Sinnlos erscheint was ich getan hatte oder noch tun muss...


    Nun, ich werde mich mal zur UN aufmachen.
    Vielleicht ist der Obercheffe inzwischen Zuhause.


    всегда вперед

    - Валиса

    Einmal editiert, zuletzt von Subjekt 14 ()

  • Schwarzes Buch - Eintrag 7


    Ich habe wirklich etwas sehr amüsantes für diese Zeit gefunden. Ein Zivilist bei der UN. Ich denke ich werde ihn Rainbow nennen. Er wirkt irgendwie so unberührt. Ich weiß nicht ob es an den Tabletten liegt welche er nehmen muss, aber für eine solch verkorkste und verrückte Zeit wirkt er so fröhlich und unberührt. Als hätte er noch nichts schlechtes gesehen oder erlebt.

    Manchmal wünsche ich mir es würde mir genau so gehen und ich könnte auch das ein oder andere vergessen was ich bisher erlebt oder gesehen habe.


    Nach einem Gespräch gestern mit einem der Soldaten bin ich am Überlegen was es für Vorteile wären ebenfalls ein Teil davon zu werden. Vielleicht kein Soldat, aber ich könnte bei der Versorgung von Verletzten helfen oder auf Patrouille gehen. Jedoch weiß ich nicht ob ich dort bleiben möchte. Die Mauern wirken wie ein Gefängnis... Und wenn ich ehrlich bin ist meine letzte Erinnerung an Mauern nicht unbedingt die beste... Wir dachten damals es wäre sicher, bis sie kamen, das Tor aufbrachen und die Infizierten hinein lockten..


    Wenn ich mich hier einbringe sitze ich auf dem Präsentierteller und es ist nur eine Frage der Zeit bis sie mich vielleicht finden... Wenn ich gehe komme ich nicht weiter. Es hat seine Vor- und Nachteile. Im Moment ist es mir undenkbar das ich sage ich vertraue ihnen. Ich vertraue weder Rainbow noch traue ich dem Soldaten. Aber vielleicht habe ich jemanden der mir 57 findet. Dieser Kajoe will seine Spur aufnehmen. Gestern habe ich von einer weiteren Siedlung erfahren.


    Vermutlich werde ich dem Soldaten ein Nachricht zukommen lassen und mich mal zu dieser Siedlung aufmachen. Ein wenig in Erfahrung bringen wer oder was dort lebt bevor ich mich entschließe in die Nachbarschaft zu ziehen. Bisher lebte ich alleine in den Wäldern ein gutes und ruhiges Leben, es könnte klüger sein das ganze so beizubehalten. Außerdem muss ich noch nach Vybor und der Spur nachgehen.


    Bisher ist es gut aber auch eigenartig das mir der Soldat soweit traut. Vielleicht ist es nur eine Täuschung, aber wenn ja ist es keine Schlechte. Ich wäre viel misstrauischer wenn jemand fremdes in mein Lager kommt. Noch dazu sind sie teilweise unvorsichtig. Es ist schön das er meine Primärwaffe nimmt, aber so wie er sich bückt um sie aufzuheben hätte ich eine meiner anderen Waffen in der Hand haben können. Bisher habe ich die Taktik der UN noch nicht ganz verstanden, sind sie wirklich so freundlich oder sind sie tatsächlich in der absoluten Überlegenheit?


    Aber !
    Das werden wir vielleicht noch raus finden.

    Ich breche fürs erste auf


    всегда вперед

    - Валиса

    Einmal editiert, zuletzt von Subjekt 14 ()

  • Schwarzes Buch - Eintrag 8


    Auch wenn ich nie lange in der Umgebung der UN bleibe, so lerne ich sie allmählich etwas besser kennen. Ich glaube der Gefreite wäre Froh wenn er etwas denkende Unterstützung hätte... Aber bisher kann ich mich mit dem Gedanken noch nicht anfreunden dauerhaft dort zu bleiben. Die Flucht und die Suche stecken mir noch zu sehr in den Knochen. Wenn ich hier bleibe, bin ich ein Teil von ihnen, dann kann ich meine eigenen Ziele nicht so einfach verfolgen ohne das ich ihnen davon vielleicht erzählen muss.

    Und wenn ich tatsächlich mehrer Tage oder sogar Wochen unterwegs bin und den Spuren folge, dann bin ich weder eine Hilfe noch ist es in Ordnung zu gehen.


    Nun ich weiß nicht. Auf der einen Seite wäre es sicher nicht schlecht, aber ob ich meine Sicherheit dafür aufgeben will... Ich weiß nicht. Bisher sind sie ganz Nett, auch wenn Nett einen hier nicht weiterbringt. Ich habe nicht vor ihnen zu schaden, aber das ein oder andere mal drauf Aufmerksam machen ist glaube ich nicht schlecht. Die OPZ ist ziemlich ruhig, meiner Meinung nach zu ruhig. Irgendwas stimmt hier nicht so ganz. Ich weiß noch nicht was, aber irgendwas ist hier ein wenig Faul.


    Ich habe diese eigenartige Siedlung gefunden. Vertrauen werde ich Diesen Personen die dort leben sicherlich nicht ! Niemand klar denkendes würde sich irgendwo niederlassen was diese Infizierten anzieht wie ein Magnet. Ich hatte mich länger mit deren Schloss beschäftigt. Aber ich habe immer noch keinen Grund gefunden warum man sich in ein Gebiet verzieht in denen es von Verdammten nur so wimmelt.


    Beim Rückweg hatte ich eine unliebsame Begegnung mit Wölfen. Es waren drei Stück, einer davon hat mich erwischt... Bisher hab ich es unter Kontrolle, wenn es aus dem Ruder läuft muss ich tatsächlich den Arzt der UN um Hilfe bitten. Es schmerzt ziemlich stark, aber durch die Medikamente kann ich das etwas ausblenden.

    Als ich bei der UN ankam war der Gefreite mit einem Zivilisten vor Ort. Ein eigenartiger Kauz, so... Schüchtern. Komisch einfach. Es dauerte nicht lange bis wieder ein Wolfsrudel ankam. Also manchmal zweifel ich wirklich an der UN... Zumindest an deren Vorgehensweise und Einstellung, auch wenn ich zugeben muss das der Gefreite durchaus denkt. Und trotzdem hat er mehr Respekt vor der OPZ als den Willen Zivilisten zu schützen. Erst als ich etwas aufdringlicher wurde und sagte er soll den Zivilisten nach drinnen bringen hat er reagiert. Ich muss wirklich sagen, ich würde gerne mal mit der OPZ sprechen. Das müssen ja die reinsten Fettköpfe sein welche in einem sicheren Bunker sitzen und alles nur fressend durch einen Monitor betrachten als wären wir eine nette Reality TV Show.


    Manche Regeln und Richtlinien sind für den Weltuntergang einfach nicht geschaffen. Und das werd ich auch deren Offizier erklären wenn ich ihn treffe. Auch wenn ich es mir damit vielleicht bei der UN verscherze, aber gute und treue Soldaten abschlachten zu lassen nur weil man sich an Paragraphen aus einer Zeit hält, in der die Welt noch nicht in einer Pandemie unterging geht mir tierisch gegen den Strich !


    Nach dem Wolfsangriff hatte ich den Fremden erst einmal mitgenommen. Ich hab ihn zwar nicht aus den Augen gelassen und hatte meine Waffe entsichert, aber ihn bei dem Gefreiten zu lassen hätte vielleicht nur Probleme mit der OPZ gegeben. Elende Klugscheißer.... Ich bin sicherheitshalber mal in seiner Nähe geblieben. Es waren noch mehrer Wölfe in der Umgebung und haben immer wieder gezeigt das sie noch ein beeindruckendes Rudel haben. Solange er die Tür zulässt ist nichts gefährliches in der Nähe.

    Die erste Unterkunft war mir nach der Begegnung am Krankenhaus zu unsicher. Am Schluss stecke ich ihn in ein sicheres Haus und er wird von irgendwelchen Typen mit Auto umgemäht. Ich frage mich was das für ein Auto war, jemand der UN oder andere? Nun egal, auf jeden Fall sind wir hier erst einmal sicher. Solange er sich an das hält was ich ihm sagte, wird er mir gefährlich ist es vorbei mit der lieben Freundschaft....


    всегда вперед

    - Валиса

  • Schwarzes Buch - Eintrag 9


    Ach ich weiß gar nicht was ich heute alles reinschreiben soll.

    Nachdem ich den Zivilisten erst einmal dort gelassen habe bin ich mal wieder los die Umgebung zu durchstreifen. Als ich größtenteils überall war, oder zumindest an den Risikoreichen Punkten, bin ich zur UN und habe Andy dort getroffen. Wir redeten ein wenig bis ich plötzlich Wölfe hörte, sofort ging ich auf die Knie und zielte in Richtung der Bedrohung.

    Gleich darauf ging auch Andy in die Knie und zielte in die entgegengesetzte Richtung mit der Warnung "Auto!". Mein Herz machte einen Satz und ich hoffte das es verstreute UN Truppen waren. Doch dem war nicht so. Wir gingen sofort beide in Deckung und ein Mann mit russischem Akzent sprach durch ein Megafon zu dem Soldaten. Ihre Aufforderungen klangen bedrohlich und nicht wie eine Bitte. Also entschloss ich mich erst einmal mich zu verziehen, und zwar schnell !


    Ich haute ab und war hinter der Basis... Doch irgendwie konnte ich Andy nicht alleine lassen. Also warf ich mich auf den Boden und kroch so unauffällig wie möglich hinter einen Baum. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich flehte innerlich das sich das ganze schnell entspannen würde. Ich hatte ständig mein Fadenkreuz auf einem der Soldaten. Auf den eigentlichen Gesprächsführer hatte ich kein freies Schussfeld, also entschloss ich mich seine Begleitung im Visier zu halten. Wäre etwas schief gegangen hätte ich zumindest einen von Beiden außer Gefecht setzen können. Auch wenn ich mir nicht sicher bin wer mehr Angst gehabt hätte, wenn sie es gewusst hätten.

    Es dauerte nicht lange bis Andy mich suchte, auch der zweite Soldat zog los um mich scheinbar zu suchen. Ich blieb ruhig in meiner Deckung und hoffte das er mich nicht sieht wenn er von hinten zurück kam. Aber ich konnte nicht beide im Blick halten und letztlich verlor ich den Sichtkontakt zu dem der mich suchte... Irgendwann rief Andy nach mir und ich antwortete ihm. Erst nachdem ich aus meiner Deckung kam sahen mich die Soldaten. Der eine scheint das Köpfchen zu sein, der andere vermutlich eher die ausführende Kraft. Er lief auf und ab wie ein Tiger in seinem Käfig während er noch seine Waffe in der Hand hielt. Alles andere als ein entspanntes Kennenlernen.


    Als ich meinte ich würde die Wölfe vertreiben wollen, ließen sie mich ziehen. Ich beobachtete sie wie sie bei Andy waren und irgendwann abzogen. Ich Unterhielt mich mit dem UN Soldaten und irgendwas stimmt nicht. Erst wollte er damit nicht rausrücken und dann wirkte es eher als eine vorgeschobene Aussage damit ich aufhöre zu fragen. Irgendetwas stimmt mit ihm nicht und ich mach mir Sorgen.


    Später verabschiedete ich mich von ihm und machte mich auf dem Weg zu den Genossen. Ich hatte deren Lager schon beobachtet seitdem mir Joe davon erzählt hatte, aber bis dato hatte ich niemanden gesehen. Gestern hab ich diesen Dimitiri beobachtet wie er arbeitete. Zuerst war alles ruhig, anschließend begann er zu arbeiten und lief unzählige Mal an mir vorbei, da ich im Geäst von einem der gefällten Bäume lag. Ich entschloss mich näher zu gehen und er sah mich als er gerade etwas vergrub. Ich bin Neugierig was es war. Ich wusste nicht ob ich schießen oder freundlich Hallo sagen sollte als er über die Mauer sprang und hinter mir stand. Schon als ich die schweren Schritte hörte drehte ich mich um und richtete meine Waffe in die Richtung... Nachdem ich sowieso unterlegen war nahm ich die Waffe runter und er tat es mir gleich.


    Scheinbar hat er auch nichts von meinem Bruder gehört... Ich werde wahnsinnig ! Vor allem macht mich diese Funküberlagerung verrückt !! Was ist wenn Dima wirklich dort war? Was ist wenn ihm etwas passiert ist? Aber nein, ich darf Zweifel gar nicht erst aufkommen lassen. Sie vernebeln mir nur die Sinne. Viel wichtiger ist jedoch das ich in ein Krankenhaus komme. Mir gehen die Medikamente aus und das könnte ungemütlich werden. Ich bin mir sicher das die UN damit nicht rausrückt ohne unangenehme Fragen zu stellen... Auch ein Nachteil einer Gemeinschaft...

    Ich glaube der Gefreite hofft darauf das ich zu ihnen komme, vielleicht damit er etwas Unterstützung mit Köpfchen hat. Aber ich bin mir nicht sicher ob es mich näher an mein Ziel bringt oder mich vielleicht nur ablenkt. Ich denke nach und denke nach, und komme nicht drauf was diese Drei und letztlich Vier Klicks zu bedeuten haben. Ein Zeichen für einen Angriff? Vielleicht der vermisste Mann? Ich glaube ich werde Andy eine Nachricht hinterlassen und mich auf die Suche machen...


    Ich glaube diese Typen von gestern sind gar nicht so falsch wie ich vielleicht Anfangs einen Eindruck bekam... Ich wäre an ihrer Stelle, wenn dies stimmt, auch angepisst... Na mal sehen. Solange ich Vogelfrei bin kann ich mich hoffentlich zwischen den Fronten raushalten... Ich habe nur die Sorge das die Genossen mehr herausfinden könnten als mir lieb ist ... Wenn Ja muss ich Klartext reden ... Die könnten wirklich gefährlich werden, ich glaube, klüger ist es wenn ich mich von ihnen fern halte...


    всегда вперед

    - Валиса

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  • Schwarzes Buch - Eintrag 10


    Ich bin gestern noch etwas um die Basis der Genossen herumgeschlichen. Doch abgesehen von einem hatte ich nichts weiter gesehen. Irgendwann bin ich abgezogen und wieder in Richtung der UN. Eine sehr dumme Entscheidung... Wölfe...

    Die UN hörten scheinbar die Schüsse und sind dem nachgegangen. Dachte nicht das sie tatsächlich soweit aus der Basis raus laufen nur weil sie Schüsse hören, aber gut. Natürlich merkte der Gefreite das etwas nicht stimmte, vermutlich war daran mehr das Morphin als alles andere schuld. Der Soldat ist


    Eigentlich dachte ich damals es wäre der einzige Moment wo ich dieses Zeug genommen habe. Aber inzwischen habe ich festgestellt dass es gar nicht einmal so schlimm ist. Es beruhigt mich und lässt die negativen Gedanken in meinem Kopf verschwinden. Ich hatte kurz darüber nachgedacht ob es daran lag das mich die Wölfe erwischt haben, aber das wäre Quatsch. Ich bin schließlich noch klar bei Verstand. Es war lediglich Pech das mich meine felligen Freunder erwischten.

    Nachdem mir die UN geholfen hat bin ich losgezogen. Andy machte den Eindruck als wäre er etwas enttäuscht darüber, aber wenn ich mal ehrlich bin, ich bin es auch ein wenig. Es tut gut Gesellschaft zu haben, auch wenn ich ihnen weiterhin noch nicht traue ist es angenehm zu reden, und zwar nicht nur mit sich selbst, Tieren oder Infizierten. Aber im Moment kann ich nicht abschalten. Die hohen Mauern und vor allem das Helferlein sorgen dafür das ich mich noch unwohler fühle als sowieso schon bei Fremden.

    Hmm.. Vielleicht sollte ich es mit der Aussage "Wir sind in der Apokalypse" abtun.. Aber wenn es vielleicht um mein Leben gehen könnte kann ich das nicht. Am Schluss stich ich aus versehen noch das Helferlein ab... Nein... Durch meine Hand stirbt nur jemand wenn ich keine andere Wahl habe. Ich weiß wie sehr es die Menschen verändert und noch bin ich immer noch ich. Wenn auch nicht mehr die selbe Person wie früher...


    Beim Umherziehen hatte ich nach diesem Micro Mikrobiologen Ausschau gehalten, aber nichts gefunden. Ach, und ein seltsamer Kauz war bei der UN. Er hatte mit dem Gefreiten gesprochen wegen, scheinbar, einem Bezinkanister. Ich habe da so einen kleinen Verdacht, aber das ist reine Spekulation. Ich versuchte ihm noch eine Zeit zu folgen, aber machte durch die Verletzung schon nach ein paar Häusern schlapp. Letztlich entschloss ich mich dazu es sein zu lassen. Wenn ich nicht einmal hinterher komme, wie sollte ich mich verteidigen? Er nutzte, soweit ich das kurz erkennen konnte, die selbe Waffe und einen Schalldämpfer wie ein alter Bekannter. Es ist weit hergeholt jemanden an seiner Waffe erkennen zu wollen, aber bisher habe ich noch nicht viele gesehen die tatsächlich mit der Waffe umgehen können und auch noch einen Schalldämpfer sowie ein Visier haben. Aber dabei ist die Frage warum er Maskiert hier auftauchen würde? Hat er inzwischen genau so viel Angst vor anderen Menschen wie ich? Ich bin am überlegen ob ich seiner Spur folgen sollte. Wenn es der ist, was ich vermute, habe ich noch ein paar klare Worte mit ihm zu sprechen....


    Eigentlich wollte ich auf in Richtung Westen. Ich muss noch nach Vybor, das Signal checken und dann diesen Vermissten suchen. Ich muss sagen, irgendwie tut es mir gut wieder draußen umher zu ziehen. Keine Erwartungen, keine Pflichten, keine Enttäuschungen, keine Lügen. Einzig und allein das Leben an sich wie man es mit vollen Atemzügen genießen kann. Zumindest solange man noch atmet.


    Auch wenn mir die Genossen noch gefährlich werden können bin ich wirklich neugierig wie sie so sind... Aber die Frage ist ob es das Risiko wert ist das sie mehr erfahren als sie sollten und das nur weil ich neugierig bin? Noch dazu ist die viel interessanter Frage: Warum zur Hölle interessiere ich mich überhaupt für ihn sie?!


    всегда вперед

    - Валиса

  • Schwarzes Buch - Eintrag 11


    Verflucht noch mal ... Ich habe irgendjemanden gefunden ... Hoffentlich ist es nicht der Typ der UN. Ich kann nicht einmal mehr sagen welcher ethnischen Herkunft er war. Die Verletzungen sind zu extrem... Er trägt grüne Kleidung. Aber das könnte so gut wie jeder in einer solchen Zeit sein. Seine Bewaffnung könnte von einem Soldaten sein, doch wenn man bedenkt wie ich rum laufe könnte man das auch von mir denken.

    Auf jeden Fall ist es eine männliche Leiche. Der Statur und dem äußerlichen Eindruck her dürfte er... Grob geschätzt zwischen 25-40 sein. Ich habe seine Taschen durchsucht, aber genau so wie ich, hat er natürlich keinerlei Papiere bei sich die sagen könnten wer er war ... Nur diese Bilder trug er bei sich ...




    Es geht mir beschissen man ... Ich hab keine Lust der UN zu erklären ich hätte vielleicht ihren Mann gefunden ... Aber ich kann es nicht mehr sicher sagen weil er zu entstellt war ... Er trägt keine Hundemarke und keine Tattowierungen soweit ich erkennen konnte. Aber um ehrlich zu sein möchte ich nicht weiter nachsehen. Es reicht mir was ich auf den ersten Blick sehen konnte ... Er muss unsagbare Qualen gehabt haben.. Zugefügt von irgendwelchen Menschen, so grausam ist kein Tier ....



    Wo bist du nur.... Ein wenig Rückendeckung würde sich vertraut anfühlen. Ich misstraue allen und jedem. Ich weiß nicht ob das alles wirklich eine gute Idee war. Ich habe den Unbekannten vergraben und ihm ein Kreuz gemacht. Keine Ahnung warum ich das gemacht habe, vielleicht konnte ich ihn einfach nicht so liegen lassen und ich wünschte jemand würde das selbe mit mir tun wenn er mich so findet ... Was ist wenn ich dich irgendwann so finde? Was mach ich? Ich bin nur noch auf den Beinen weil ich nach dir suche, was mach ich wenn man mir dieses Ziel nimmt? Diesen einen letzten Funken Energie welcher mein Herz noch antreibt.



    always forward

  • Folgende Szene ist nicht im Buch zu finden sondern kann lediglich beobachtet werden.


    Nachdenklich und unsicher sitzt die hübsche Frau zwischen Severograd und Krasnostav im Wald an einen Baum gelehnt. Der Funk rauscht monoton neben ihr und ab und an vernimmt man mein Klicken. Konzentriert versucht sie sich Notizen zu machen und etwas herauszufinden. Sie kramte eine ramponierte Karte aus den letzten Seiten ihres Buches hervor und verglich ein handgeschriebenes Alphabet.

    Die Karte hatte schon einiges mitgemacht und man erkannte sowohl Blut- und Wasserflecken darauf, als auch das kyrillische Alphabet neben dem internationalen Morsealphabet.


    Hier und da waren Notizen zu verschiedensten Orten und Personen gemacht. Als wieder einmal ein Klicken im Funk zu hören ist macht sie sich einen Strich auf der Sonnenuhr welche sie gebaut hatte. Es war eine einfache Konstruktion. Eine Holzscheibe mit einem eingesteckten Ast in der Mitte. Simpel und doch effektiv. Eine Markierung wies an wo Norden war, so dass sie die Uhr auch immer gleich ausrichtete. Aufmerksam und gewissenhaft machte sie mit ihrem Messer eine Kerbe am Schatten als sie das Klicken vernahm. Jedoch lies sie das Funkgerät schweigend liegen. Viel zu groß war die Gefahr geortet zu werden wenn sie funken würde.


    Noch während die Sonne ihr sanft die rechte Seite ihres Gesichts wärmte schloss sie die Augen und hatte für einen Moment diesen Mann vor Augen.

    Was wohl mit ihm passierte? Oder wieso man ihm so etwas antat? Seufzend schüttelte sie den Kopf und versuchte das Bild der Leiche los zu werden während sie die Bilder aus ihrer Tasche kramte. In Gedanken versunken betrachtete sie die Bilder der zwei Mädchen. Waren es seine Kinder? Oder vielleicht noch alte Bilder seiner Geschwister? Sie war sich nicht sicher und betrachtete die Bilder einige Zeit.

    Nachdem sie dort gefühlt eine halbe Ewigkeit verweilte und über sich und ihren Bruder nachdachte, steckte sie die Bilder wieder ein und begann leise eine Melodie zu summen. »Ob er mich vergessen hat ... ?« ging ihr durch den Kopf und sie zerpflückte jeden ihrer Zweifel fürsorglich in ihrem kleinen verworrenen Verstand wodurch sie nur noch mehr wurden.

  • Schwarzes Buch - Eintrag 11


    Ich hab die Nacht über wieder in den Wäldern verbracht und kaum geschlafen. Ich habe mich gefragt ob ich es ihnen überhaupt sagen sollte ... Bisher wissen es vermutlich nur wenige, wenn überhaupt jemand. Ich habe bedenken was es für Konsequenzen hat. Wie es alles verändern könnte.

    Sie jedoch zu belügen wäre hinterhältig. Ich würde es wissen wollen, ganz gleich wie extrem die Auswirkungen sind. Aber hier geht es nicht nur um mich oder um eine Person. Der eine ist nicht zurechnungsfähig, der andere instabil und die weiteren sind Unterwegs, vermisst oder scheinbar unwissende Zivilisten. Eigentlich sollte mich das alles gar nichts angehen, die Entscheidung liegt doch gar nicht bei mir, aber wieso bin ich dann so unsicher?

    Ich muss mit diesem Soldaten sprechen. Vielleicht kann er mir helfen...


    Ich frage mich was dieses arme Schwein wissen hätte sollen damit man ihn so zugerichtet hat. Mir geht sein Gesicht nicht aus dem Kopf und der Geruch hängt mir immer noch in der Nase. Ich weiß das es unmöglich ist es noch immer zu riechen, aber mein Verstand erzählt mir etwas anderes. Was waren das für Leute die ihn so zugerichtet haben? Warum? Hat er es verdient oder sind die anderen nur Monster?


    Gut und Böse ...

    Beständig wie Tag und Nacht ...

    Allgegenwärtig wie das zähfließende Blut des sterbenden Leviathans und dennoch nicht greifbar.


    Ich werde zu dem Soldaten gehen, wenn er denn einer ist... Ich denke sie haben eher einen Überblick über so etwas als ich es habe.

    Ihre Offiziere müssen auch des öfteren Entscheidungen treffen die ihnen vielleicht nicht gefallen aber Notwendig sind um die Truppe bei Verstand zu halten...


    всегда вперед

    - Валиса

  • Schwarzes Buch - Eintrag 12


    Ich hab mich dazu entschlossen erst einmal über die Sache nachzudenken bevor ich einen falschen Schritt mache.

    Erst Denken, dann Handeln.

    Bisher bin ich in den Wäldern unterwegs und stocke meinen Vorrat an Kaffee und Kräutern wieder auf. Ich habe eine andere Möglichkeit als Morphin gefunden.

    Leider weiß ich den Namen der Pflanze nicht mehr, aber sie wurde mir gezeigt als ich noch ein Kind war und bisher hilft der Tee welchen ich daraus koche wirklich gut. Ich bin überrascht. Natürlich nicht so wie Morphin, aber er betäubt fürs erste. Die Dosis ist zwar hoch, aber das ist natürlich verständlich wenn man es mit Morphin vergleicht. Ich reinige die Verletzungen in regelmäßigen Abständen. Eine Infektion kann ich überhaupt nicht gebrauchen.


    Bisher habe ich noch keinen Zusammenhang zwischen den Klicks und dem Angriff herausgefunden. Der Funk ist seit einiger Zeit still, außer ich habe es nicht mitbekommen. Mein Funk ist kaputt, er geht hin und wieder aus... Aber bisher habe ich auch nur einen Angriff mithören können. Mit so wenig Informationen schaffe ich es unmöglich etwas genaueres darüber sagen zu können. Es sind auf jeden Fall keine Morsezeichen, das ist klar. Und wenn doch ist es lediglich ein S oder ein H. Aber selbst darauf habe ich keinen Reim gefunden, meine ganzen Notizblätter sind inzwischen vollgekritzelt mit irgendwelchen Theorien, Vermutungen und Versuchen etwas herauszufinden.


    Nun bin ich schon solange hier unterwegs und habe noch keinen getroffen der arabisch spricht... Vielleicht eine Überlagerung? Oder ein Echo aus vergangener Zeit? Oder ist die Welt dort draußen noch In Ordnung und sie führen lediglich Krieg gegen Taliban? Ich hab keine Ahnung. Ich weiß nur das russische Soldaten daran beteiligt waren. Ich bin mir aber nicht sicher ob ich mit den Genossen oder der UN drüber reden sollte, vielleicht stellen sie nur unangenehme Fragen...


    So, ich werde mir jetzt die letzte Dosis Morphin geben und dann nur noch den Tee nutzen. Danach ist die Ampulle sowieso leer und ich hab nur noch ein paar Injektoren. Vielleicht kann ich im Krankenhaus bei Novodimitrosk oder Svetloyarsk noch ein paar Tabletten, Injektoren oder Ampullen finden falls mir der Tee ausgeht.


    всегда вперед

    - Валиса