Charaktervorstellung Jaroslav Wasiljew

  • Name: Jaroslav Wasiljew

    Alter: 24

    Herkunft: Novoselky

    Beruf: Fabrikarbeiter, unvollständiges Informatikstudium

    Gesinnung: Chaotisch gut

    Positive Eigenschaften: loyal, wortgewandt, neugierig

    Negative Eigenschaften: schreckhaft, Lügner, Hang zum Einzelgänger


    Diverse Tagebucheinträge...


    22. Februar 2006


    Ich habe eine Zusage von der alten Fabrik in Chernogorsk bezüglich der offenen Stelle erhalten. Obwohl ich gar keine Lust auf diesen Job habe, weiß ich, dass ich ihn brauche. Wenn alles nach Plan läuft, habe ich in drei Jahren genug Rubel verdient, um mein Studium der Informatik an der Universität von Miroslavl zu beginnen. Das ist meine Bestimmung, ich spüre es und es ist mir egal, was Mama oder mein dämlicher Bruder davon halten. Klar, Süd Zagoria ist wunderschön und natürlich auch meine Heimat aber wer will bitte sein ganzes Leben in einem Hochhaus in einem kleinen,asozialen Vorort von Chernogorsk verbringen? Novoselky ist wirklich alles, aber kein Ort mit Perspektive…


    Ich frage mich gerade, wie unser Leben wohl verlaufen wäre, wenn wir vor Jahren wirklich nach Elektrozavodsk gezogen wären. Papa wäre wohl nie arbeitslos geworden und hätte nie sein Glück im Wettspiel und Wodka gesucht…


    Aber ich schweife ab. Gleich morgen früh muss ich den ersten Bus erwischen für meine erste Schicht, daher gehe ich jetzt zu Bett.



    18. Juni 2008



    Die Arbeit in der Fabrik rückt immer mehr in den Hintergrund. Die Polarisierung ist groß, jeder glaubt für die gerechte Sache zu Kämpfen. Mitarbeiter, die Offenkundig zur NaPa stehen, reden nicht mehr mit denen, die sich zur ChDKZ zugehörig fühlen und andersrum…

    Auch ich kriege das immer härter zu spüren… Pjotr und Andrej reden nicht mehr mit mir, seitdem ich nicht mehr zu den Demonstrationen oder Kundgebungen der ChDKZ komme. Für mich hat sich die Bewegung des roten Stern zu sehr ins extreme entwickelt, damit will ich nichts zu tun haben…



    03. März 2010



    Endlich… Nach Monaten des Ausnahmezustands ein brüchiger Frieden! Als ich davon im Radio hörte, wusste ich, dass ich heute noch über die Grenze von Süd Zagoria muss. Jetzt sitze ich im Zug auf dem Weg nach Miroslavl und kann endlich mit meinem Studium anfangen.



    12. Dezember 2010



    Schlimme Gerüchte machen die Runde… Eine Krankheit, die wohl schlimmes mit Menschen anrichtet, greift um sich. Ich mache mir Sorgen… Auch hier in Miroslavl herrscht Aufruhr.

    Erst gestern musste ich mit ansehen, wie sich zwei Leute über einen Kanister Trinkwasser im Laden prügelten… Aus reiner Vorsichtsmaßnahme habe ich mir auch ein paar Konserven angelegt. Ich hoffe, zu Hause ist alles gut… Wie es Mutter wohl geht? Warum nur war sie so stur und wollte in Novoselky bleiben und nicht mit mir kommen…



    29. Oktober 2011



    Die Lage gerät außer Kontrolle! Miroslavl versinkt im Chaos! Ich werde die Stadt mit Katya und Boris verlassen in Richtung Osten, angeblich wird da ein Lager für Zivilisten aufgebaut. Ich denke es ist unsere beste Chance…. Hoffentlich geht es Mutter gut! Es soll schlimm sein in Süd Zagoria.



    12. Dezember 2011



    Der Winter ist kalt und erbarmungslos. Viele Menschen sterben. Ich vermisse die Quarantänezone… Das Leben war in Ordnung und wir alle hatten eine faire Chance… Ich verstehe immer noch nicht, wieso das Militär uns aufgegeben hat…



    Seitdem leben wir noch weiter östliche, nahe der Grenze zu Süd Zagoria… Leider kann ich niemanden überzeugen, weiter Richtung Chernogorsk zu ziehen. Ich würde so gerne nach meiner Mutter sehen aber ich kann meine Leute nicht zurück lassen, Boris hat mein Leben gerettet und Katya ist immer für mich da wenn was ist. Ihnen gegenüber bin ich loyal! Auch wenn es heißt, meine eigenen Wünsche hinten anzustellen…



    Januar oder Februar 2012



    Sie sind tot! Alle tot… Katya, Boris, Michael, Igor, Gregor, Svetlana… Ich sah einige in den Wald rennen aber ich kann mich nur noch verschwommen erinnern. Wer weiß, ob sie überlebt haben. Die Infizierten waren überall, ich kam gerade so davon. Es war zu spät für Hilfe und ein wenig schäme ich mich immer noch. Aber ich lebe noch und das muss ich zu schätzen wissen, irgendwie…

    Ich bin nun alleine. Wie mache ich nur weiter? Ohne Nahrung, kaum Wasser, Boris alte Pistole, welche ich noch nie genutzt habe. Das ist alles was ich habe…



    ???



    Ich müsste in wenigen Tagen Chernogrosk erreichen. Mutter, ich hoffe es geht dir gut…

    Notfallplan: im Norden nach Zivilisation suchen?