Charaktervorstellung Pjotr Demchenko

  • Name: Pjotr Demchenko

    Alter: 37

    Familie: keine

    Beruf: keiner

    Herkunft: Chernarus / Troitskoe

    Sprache: Russisch

    Charakter: friedlich, selbstbezogen

    Stärke: Empathie

    Schwäche: leicht überzeugbar, lässt sich ausnutzen



    Heute:


    Mit der Leichtigkeit einer Katze und der Aufmerksamkeit eines Milans hechtet Pjotr über Zäune und Mauern, schleicht um Häuser und Garagen, immer das Ziel vor Augen; Nahrung. Dabei vermeidet er Kontakt in jeglicher Form zu den Kranken und Gesunden. Falls er doch einmal bemerkt wird, nimmt er die Beine in die Hand und macht das was er am besten kann, rennen wie vom Wind getragen. An diesem Tag hat er Glück, in einem kleinen Kiosk am Bahnhof Novaya Petrovka liegt unter dem Ladentisch eine angerostete Büchse Pfirsiche und daneben eine ungeöffnete Flasche Ketchup. Behutsam packt er die gefundenen Schätze in einen alten Kartoffelsack den er auf dem Rücken trägt und der ihm treue Dienste leistet.


    Die Kranken sind ungewöhnlich still an diesem Morgen, normalerweise laufen sie ziellos in den Dörfern und Städten umher, meist als Einzelgänger. Aber hier in Petrovka hat er seit seiner Ankunft vor einer Stunde noch keinen einzigen gesehen. Trotzdem immer auf der Hut schleicht er nochmal runter in die Stadt um sich umzusehen. Manchmal hört man von weiter weg ein paar Schüsse krachen, zumindest hört es sich nach Schüssen an. Eine weitere Stunde lang schleicht er durch die Stadt und durchsucht die verlassenen Häuser nach eventuellen Gebrauchsgegenständen, ohne einen Kranken zu Gesicht zu bekommen. Gerade als er aus einer Haustür auf die Straße treten will, vernimmt er ein Motorengeräusch welches immer lauter wird und schnell näher kommt. Er weicht zurück in das Haus, gerade rechtzeitig genug um nicht entdeckt zu werden, als ein ziemlich demoliertes Fahrzeug an ihm vorbeirauscht. Aus den Augenwinkeln heraus konnte er auf die Schnelle zwei Männer mit Masken im Gesicht und Gewehren in der Hand erkennen. Als das Fahrzeug weit genug entfernt scheint das man ihn auch nicht im Rückspiegel entdecken kann, läuft Pjotr über die Straße, springt über eine Brüstung und taucht im trockengefallenen Abwasserkanal unsichtbar für die meisten Augen unter. Er geht geduckt in die Richtung die das Fahrzeug genommen hatte als er auch schon die ersten Schüsse hört. Sie gelten nicht ihm, aber wem dann?


    Er streckt seinen Kopf aus dem Graben der etwas tiefer als die umliegenden Gehwege und Straßen liegt und traut seinen Augen kaum. Dort steht das Auto, mitten auf der Wiese bei den Plattenbauten, drum herum stehen vier Gestalten und eröffnen auf jeden der nicht bei Verstand scheint das Feuer. Es kommt einem Gemetzel gleich. Dort sind sie also, die Kranken, zusammengerottet wie eine Horde. Das hat er auf seinen Streifzügen immer öfter beobachtet, die Kranken tauchen vermehrt in größeren Gruppen auf, meist am Rande von Dörfern oder Städten. Welche Bewandtniss dieses Verhalten hat, weiß er nicht, doch scheinen sie sich zu verändern. Augenscheinlich machen diese Leute dort am Fahrzeug gezielt Jagd auf die Kranken und töten alle ohne jegliche Anzeichen von Mitleid über deren Schicksal. Einige Niedergeschossene zucken noch oder versuchen auf die Aggressoren zuzukriechen, diese werden per Pistole mit einem gezielten Kopfschuss erlöst. Pjotr ertappt sich dabei wie er bei dem Anblick des veranstalteten Blutbades schwermütig ums Herz wird.


    Als die bewaffneten Gestalten mit ihrer Arbeit fertig scheinen, inspizieren sie kurz die Umgebung nach weiteren Lebenszeichen, werfen sich kurze Blicke zu, springen wie auf Kommando ins Auto und brausen mit ihrer Rostlaube weiter Richtung Westen. Erleichtert das sie ihn nicht entdeckt haben, kommt Pjotr aus der Versenkung hervor und schleicht vorsichtig, sein Umfeld immer im Blick, in Richtung der vielen Toten. Schaudernd stellt er fest das das angerichtete Massaker wohl nicht zum ersten Mal von diesen Leuten ausgeübt wurde und wohl weitere folgen werden. Versuchen diese Gestalten auf diese Art und Weise die Krankheit einzudämmen? Er weiß auch das nicht.


    Ein Blick zum Himmel lässt ihn sich wieder sammeln und auf sich selbst konzentrieren. Die Wolken ziehen langsam zu und er hat noch einen weiten Weg, er hat Hunger und er freut sich schon darauf wie seine Schätze in seinem Magen verschwinden und er sich in einer runtergekommenen Hütte am Kaminfeuer mit vollem Bauch zur Ruhe niederlegt und in Gedanken neue Pläne schmiedet.



    Vergangenheit:


    Pjotr Demchenko, aufgewachsen in Troitskoe, Einzelkind mit ukrainischen Wurzeln, hatte keine schöne Kindheit. Der Vater erschoss sich vor seinen Augen als er gerade einmal acht Jahre alt war, seine Mutter versank daraufhin im Drogensumpf. Eine staatliche Behörde holte ihn mit neun Jahren aus der für ein Kind unzumutbaren Umgebung und brachte ihn in ein Waisenhaus nördlich von Severograd, heute ein Ferienlager. Dort blieb er bis er siebzehn Jahre alt war, lernte sich um sich selbst zu kümmern und auch wie man mit anderen Menschen umgeht um Probleme und Reibereien zu vermeiden. Er war sportlich sehr engagiert, das körperliche Training war ihm wichtig, bis heute. Eines Abends, er war zum Holzholen eingeteilt, schnappte er sich seinen am Zaun schon bereitgelegten Rucksack, kroch unter dem Hinderniss hindurch, blickte kurz zurück zu dem zentralen Gemeinschaftshaus, in dem Licht brannte und sich alle zum Abendessen eingefunden hatten, und verschwand in der Dunkelheit.


    Von nun an verdiente er sich seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten, mal als Maler, mal als Mechaniker, mal als Schlachter, wo man eben grad eine helfende Hand benötigte. Meist durfte er die Drecksarbeit die kein anderer machen wollte, erledigen. Viel bekam er nicht zum Lohn, aber es war seiner Sache dienlich, frei zu sein und jederzeit aufzubrechen, wohin er auch wollte. Er lernte viele Berufe kennen, hatte aber nie das Glück eine Ausbildung zu genießen. Er kann viel, aber nichts gut genug. Dafür war er einfach immer zu schnell, meist nach ein paar Tagen oder Wochen, wieder auf der Straße.


    Das sich die Umstände im Land veränderten, bekam er wohl mit, aber machte sich nichts daraus. Nachteilig war nur das sich alle Leute immer mehr verschlossen, sich zurückzogen oder gar das Land verließen. So bekam er fast nirgends mehr Arbeit. Als die Grenzen schließlich dicht waren, er verstand nichts von all dem politischen Zeug, begannen die meisten Leute Fremden gegenüber feindlich zu reagieren und ihr Hab und Gut mit niemandem zu teilen. So war er angewiesen, sich als Landstreicher durchzuschlagen. Er ernährte sich von dem was andere zurück ließen, oder er stocherte im Abfall der wenigen Siedlungen die sich gebildet hatten. Es war kein schönes Leben, aber er war zufrieden. Immer auf der Suche nach freundlich gesinnten Mitmenschen, auf der Suche nach Arbeit um irgendwo sein Brot zu verdienen, streifte er durchs Land, ohne festen Wohnsitz, denn das wäre für ihn viel zu umständlich. Alles was er benötigte, trug er am Leib. Seine mit der Zeit entwickelte Fähigkeit, durch die vielen Bekanntschaften in seinem Leben, sich in andere hineinzuversetzen und deren Beweggründe oft richtig zu interpretieren, öffnem ihm viele Wege auf der Reise durch sein Heimatland.