Montgomery "Monty" Collins

    • Name: Montgomery "Monty" Collins
    • Alter: 17
    • Vater: Col. Jack Collins
    • Mutter: Emma Collins
    • Sprachen: Englisch, Chernarussisch

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    Ein Junge sitzt mit seiner Mutter vor einem Haus auf einer Holzbank, Schüsse fallen, sie sitzen weiterhin entspannt da. Sie beobachten Schießübungen auf einem Militärstützpunkt nur einige Meter von ihrem Haus entfernt.


    Warum hat Papa mich heute nicht mitgenommen?


    Sie sieht den Jungen bestimmend an und sagt mit ernster Stimme.


    Das was die Männer da unten machen ist nichts für Kinder. Nichts für dich.


    Sie zieht den Jungen etwas an sich.


    Einige Sekunden schweigt der Junge und sieht sich traurig weiter die Schießübungen an.


    Papa hat aber gesagt ich mach das gut, aus mir wird noch...


    Sie unterbricht den Jungen


    Egal was Papa gesagt hat. Irgendwann verstehst du was die Männer da tun.


    Beide sitzen schweigend da und beobachten die Männer bei ihren Übungen. Minute für Minute vergeht. Fast im Sekundentakt fallen die Schüsse. Sie laufen, sie schießen, sie reden. Ein Mann tritt aus einem Containergebäude hervor, Von der Sitzbank vom Haus aus kaum zu erkennen wer es sein könnte. Die amerikanische Uniform verrät es aber trotzdem. Der Junge springt auf, winkt und schreit lauter als die Schüsse die noch fallen.


    HALLO PAPA!


    Der Mann sieht zum Haus und winkt. Man erkennt das sich ein Lächeln auf seinem Gesicht abzeichnet. Es ist sein Vater. Der Junge bleibt stehen lächelt und beobachtet weiter die Männer.


    Die Übungen gehen weiter, die Sonne, sie schwebt nur noch knapp über den Bergen und beginnt sich hinter ihnen zu verstecken. Die Männer stellen sich in einer Reihe auf und salutieren. Der Vater stellt sich vor die Männer und salutiert ebenfalls bis sie alle gemeinsam die Hände runter nehmen und der Vater vor ihnen Auf und Ab läuft. Ein Mann rennt panisch zu den Männern, zeigt wild in verschieden richtungen. Einige Sekunden vergehen in absoluter Stille, niemand bewegt sich. Die Mutter schaut geschockt und ihr rollen einige Tränen die Wange runter.


    Mama?


    Sie sitzt Wortlos da. Es herrscht weiterhin weit und breit Stille bis sie durch Sirenen und Panik durchdrungen wird. Alle Männer scheinen sich schnell aber koordiniert zu verteilen. Sie laufen nicht mehr und reden nicht mehr, sie rennen und schreien. Der Vater verschwindet in dem Containergebäude. Der Junge beginnt zu weinen.



    MAMA?



    Sie schnappt den Jungen am Arm und zieht ihn schnell in das Haus. Sie wirft ihn auf das Sofa im Wohnzimmer und rennt in das Schlafzimmer. Man hört im Wohnzimmer Geräusche als würde jemand Sachen auf den Boden werfen. Es zerbricht Glas und eine vollgepackte Tasche fliegt durch die Tür und die Mutter rennt kurz darauf in das Kinderzimmer. Der Junge sitzt weiterhin verängstigt auf dem Sofa bis er Zusammenzuckt als die Eingangstür mit einem kräftigen Tritt geöffnet wird und ein Mann stürmisch herein kommt.

    Amerikanische Uniform, schusssichere Weste, Sturmgewehr auf dem Rücken, Pistole im Brustholster und eine weitere im Beinholster.

    Er Stampft auf den Jungen auf dem Sofa zu, kniet sich vor ihm hin und legt seine Hände auf seine Wangen und dreht seinen Kopf zu ihm hin, sodass er ihn ansieht.



    Hör auf zu weinen! Es wird alles wieder gut, Wo ist Mama?



    Der Junge zeigt zitternd auf die Tür ins Kinderzimmer als sie sich öffnet und eine Tasche aus dem Zimmer fliegt. Der Mann schaut auf die Tasche. Die Mutter kommt mit einem braunen Teddybären aus dem Zimmer geht zu dem Jungen, legt den Teddybären auf seinen Schoß, nimmt seine Arme und legt sie um den Teddy. Sie streichelt seine Arme und wischt dem Jungen die Tränen aus dem Gesicht. Sie schaut verzweifelt.



    Es wird alles wieder gut.



    Sie dreht sich zu seinem Vater, sie schauen sich in die Augen und sie schüttelt langsam den Kopf und sagt leise mit zittriger Stimme



    Bitte sag mir dass das nicht wahr ist!



    Er lässt seinen Kopf hängen und schaut einen Moment lang vor sich auf den Boden.

    Es beginnen Schüsse zu fallen. Viele Schüsse. Schon in wenigen Sekunden mehr als normalerweise über den ganzen Tag hinweg. Eine Druckwelle lässt die Fensterscheiben zerbersten und die Scherben prasseln auf alle 3 nieder wie Regen. Der Junge kreischt, die Mutter weint, Der Vater schreit.



    Wir müssen hier weg! LOS!



    Staub schwebt in der Luft wie ein leichter Nebel.

    Der Vater springt auf schnappt sich die Taschen und winkt die Mutter zu sich her. Sie pack den Jungen am Arm und schleift ihn hinter sich her. Er verliert für kurze Zeit den Bezug zur realität.

    Feuer, Rauch,... Tod... soweit das Auge blickt.

    Schüsse, Explosionen,... Geschrei... gerade noch zu wenig um zu einem Ton zu verschmelzen.

    Sie rennen in Richtung der Berge. Die Schüsse werden leiser. Ein Weg der normalerweise mehr als eine Stunde dauert, legen sie in ein paar Minuten zurück.

    Sie bleiben vor einer klein aber extrem stabilen Stahltür, die in eine Felswand eingesetzt ist, stehen. Der Vater öffnet die Tür, sie treten ein, er schließt sie hinter sich wieder.

    Für einen Moment herrscht absolute Dunkelheit bis sie durch das Aufblitzen der Leuchtstoffröhren an den Decken vertrieben wird.

    Bis auf das summen der Elektronik ist nichts zu hören. Der Junge wird langsam wach und alle schauen sich erstaunt, schweigend um. Das verriegeln der Schutztür unterbricht den Moment.


    Der Vater dreht sich zu seiner Frau und seinem Sohn, läuft an sie heran, umarmt sie und flüstert.


    Hier sind wir Sicher. Wir bleiben so lange bis wir hier rausgeholt werden. Keinen Tag kürzer.



    Er nimmt seinen Sohn in die Arme und bringt ihn zu einem der Dutzenden Feldbetten die im Nebenraum stehen. Er streicht ihm langsam durch die Haare und es beginnen ihm Tränen über das Gesicht zu rollen. Er wischt sie ab steht auf und sieht zu seiner Frau.



    250 Männer á 14 Tagesrationen. Essen und Trinken haben wir also mehr als genug. Hier sind wir sicher. Du bist sicher. Monty ist sicher.



    Man hört ein Dumpfes klopfen durch die Sicherheitstür, ein Klirren. Sie sehen zur Tür. Er schiebt den Teddy weiter unter die Arme seines Sohnes, steht auf, läuft, langsam von einem schlechten Gewissen geplagt, zu seiner Frau und schließt sie in seine Arme.



    Hör zu... Das da draußen wird mehr als nur ein kleines Gefecht. Wir warten bis die US-Armee hier ist und uns rausholt... oder wir hier raus müssen. Was auch immer Passiert, die Tür bleibt verschlossen.


    Sie drückt ihn von sich weg und schreit ihn entsetzt an.


    Du willst sie da Draußen sterben lassen? Was wenn wir das wären?


    Enttäuscht antwortet er lautstark.


    Wir sind es aber nicht.





    Stunden... Tage... Wochen... Monate... Jahre... Das einzige woran man die Zeit in dem Bunker messen kann ist ein kleines Display mit roten Leuchten. Kein Datum. Nur die Zeit. Und sie will nicht vergehen.

    Jeder Tag gleicht dem Anderen, nichts ändert sich. Immer wieder passiert das selbe. Die Eltern vertreiben sich die Zeit mit reden und streiten, der Junge liest sich immer wieder Militärhandbücher durch, das einzige was es in diesem Bunker zu lesen gibt. Manchmal redet er mit seinem besten Freund, dem Teddy Brian.

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    Der Junge sitzt auf dem Boden und lehnt sich an die Wand, er hält Brian vor sich und fährt ihm mit dem Daumen über den Bauch. Gedämpftes Geschrei ist aus einem anderen Raum zu hören. Er nimmt den Teddy und schließt ihn fest in seine Arme.


    Mama und Papa streiten schon wieder... ich will das nicht... ich glaube ich habe wieder etwas falsch gemacht. Hier ist es so langweilig, es gibt nichts zu tun und Papa erlaubt mir nicht mich umzusehen. Vielleicht sollte ich es doch mal machen, solange ich nicht nach Draußen gehe ist doch alles OK, oder Brian? Vielleicht finde ich ja etwas anderes als diese langweiligen Bücher. Es hat bestimmt jemand mal sein Spielzeug hier vergessen. Ich will wieder Nachhause. Ich will wieder mit Papa üben gehen und danach mit Mama spazieren. Mama liest mir auch keine Gute-Nacht-Geschichten mehr vor. Soll ich dir mal was vorlesen Brian? Ich hab' hier etwas.


    Er setzt Brian auf seinen Schoß und greift nach einem Buch mit dem Titel "Cherno-Russische-Armee: Überlebenshandbuch; Das Handbuch um überall zu überleben". Er öffnet die erste Seite und liest sie Brian stotternd vor während weiterhin das Geschrei aus dem anderen Raum zu hören ist. Er liest einige Zeilen laut vor, schaut für einige Sekunden zu Tür und liest kurz darauf wieder weiter.

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    Jahre vergehen. Immer wieder setzt sich der Junge mit seinem Teddy hin und liest ihm etwas vor, redet mit ihm. Der Streit zwischen seinen Eltern wird immer seltener, bis sie nicht mehr miteinander reden.


    Sie sitzen alle gemeinsam an einem Tisch und essen, sie schweigen, wie schon die Monate zuvor wird nicht gesprochen. Die Lampen beginnen zu flackern. Es kommt Unruhe auf und alle schauen sich verdutzt um. Es wird für einen Moment dunkel, leise Motorgeräusche sind zu hören und die Lichter gehen nacheinander wieder an. Der Vater lässt einen genervten Seufzer von sich und sagt genervt und leise.


    Kein Strom mehr von Außen. bleibt wohl nur noch der Notstrom.


    Sie essen alle für eine Weile schweigend weiter. Die Mutter sieht zum Vater und beginnt sehr leise zu murmeln.


    Das ist alles deine Schuld wegen dir sitzen wir hier. Ohne dich hätten wir dieses Problem hier nicht.


    Der Vater sieht sie an und fängt an zu Brüllen, als wäre der Junge nicht anwesend. Es fliegen kleine Stückchen Essen aus seinem Mund.


    Wenn du etwas sagen willst dann sag es Laut! Wenn du mir die Schuld dafür gibst das wir noch am Leben sind, dann tu es! Ich hätte alleine hier rein gehen sollen, dich da draußen stehen zu lassen wäre besser gewesen!


    Sie sehen sich beide ernst an, essen langsam weiter und beobachten sich währenddessen sehr misstrauisch. Der Junge schaut sie abwechselnd an und spricht.


    Was ist los mit euch?


    Keiner der beiden reagiert auf seine Frage. Der misstrauische Blick von beiden wird immer mehr von Hass erfüllt. Der Junge steht auf nimmt sein essen und geht zu seinem Bett.

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    Der Junge setzt sich einige Stunden später in mit Brian in eine kleine Besenkammer, die er in seinen sehr kurz gehaltenen Entdeckungstouren durch den Bunker gefunden hatte. Er setzt sich auf den Boden setzt Brian vor sich und schaut ihn sehr lange Wortlos an. Er atmet einmal Tief durch und beginnt zu reden.



    Ich weiß nicht was mit Mama und Papa los ist. Seit Wochen fühle ich mich als wäre ich Luft. Als wäre ich nicht da. Sie hören mir nicht zu und sie reden nicht mit mir. Aber du hörst mir immer zu... Du bist mein Freund... Auf dich kann ich mich verlassen. Ich habe sie schon seit Monaten nicht mehr reden hören, Hast du sie mal gehört? Nein? Das war komisch... Aber es tut gut mal wieder eine Stimme zu hören. Es macht mich irgendwie glücklich.



    Er schweigt einen Moment und schaut sich um.


    Der Bunker ist größer als gedacht... hier gibt's bestimmt noch viel was Papa nicht entdeckt hat... Wie wär's wir sehen uns irgendwann nochmal ein wenig um? Aber erstmal ein Nickerchen. Das tut uns beiden bestimmt gut. Natürlich gibt's noch eine kleine Geschichte.


    Er kramt ein kleines Heft, mit dem Titel "Cherno-Russische-Armee: Erste-Hilfe-Handbuch; Erste Hilfe für CDF Soldaten", aus seiner Tasche und beginnt es Brian flüssig vor zu lesen.

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    Es vergehen einige Wochen bis der Strom endgültig ausfällt, kein Licht mehr von den Leuchtstoffröhren an der Decke. Monty distanziert sich immer weiter von seinen Eltern, seine Eltern distanzieren sich immer mehr voneinander, immer wieder hört Monty einen Streit zwischen den beiden. Jeder einzelne wird von mal zu mal schlimmer, erst sind es nur Worte, dann Schläge, bis hin zu einem extremen Vorfall.

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    Eines Tages hört schallt das Geschrei durch die komplette Bunkeranlage, es hört sich an, als wären es viel mehr als nur zwei Personen die schreien. Monty versteckt sich in seiner Besenkammer, drückt Brian an sich, und wartet wie bisher jedes mal, dass der Streit sich auflöst. Der Streit wird von Sekunde zu Sekunde schlimmer, seine Mutter beginnt zu kreischen.


    NEIN!


    Ein lauter Knall durchdringt den Bunker, Monty schreckt auf, er starrt auf die Tür, sein Mund leicht offen. Einige Sekunden, vielleicht auch Minuten, vergehen. Der Junge öffnet langsam die Türe, schaut in richtung des Hauptraums und sieht seinen Vater im Kerzenschein kniend, Er redet vor sich hin, kaum zu verstehen sagt er.

    Alles weg… Ich wollte euch beschützen… jetzt hab ich nichts.


    Er beugt sich vor, steckt sich eine Pistole in den Mund und lässt einen lauten Schrei von sich. Für einen kurzen Moment erhellt der Raum, danach nur noch Dunkelheit und Stille.







    "Life is short but death is certain."

    -Hollywood Undead