Beiträge von Revie

    Ich denke in erster Linie und vor allem anderen, ist es wichtig sich immer vor Augen zu führen, dass man einen Charakter und nicht sich selbst verkörpert. IC und OOC auseinander zu halten, ist schon mal der Grundstein, den man legen sollte und sich Wege überlegen, wie man diesen am besten erreicht. Klar, jeder wird mal emotional bei gewissen Situationen oder Ereignissen, dennoch darf man genau in solchen Situationen nicht vergessen sich zu sagen, dass es nichts mit einem selbst hinter dem Bildschirm zu tun hat.


    Davon ab muss ich sagen, dass vor allem die Details das grosse Ganze um einiges verbessern und mehr wirken lassen, wie ich es bei der Com Sitzung schon angesprochen habe. Was mir hier bei manchen aufgefallen ist, sind folgende Punkte:


    - Hin und her tänzeln

    Viele scheinen noch den PVP Tanz mitzubringen, sodass sie bei einer Unterhaltung nicht stillstehen oder langsam auf und ab gehen können, sondern im Joggen hin und her springen. Das ist ein typisches Verhalten, wenn man einem Scharfschützen kein Ziel bieten will. Auf PVP Servern sicher sinnvoll, hier aber einfach nur... Fehl am Platz.


    - Trinken/Essen mit Mundttüchern oder anderem

    Ja, es funktioniert leider im Spiel, aber ebenfalls eine Kleinigkeit, auf die man achten sollte. Wenn ihr etwas esst oder sonstiges, nehmt eure Tücher vom Mund weg oder was auch immer ihr tragt


    -Sprechen wenn man trinkt oder isst

    Beim Trinken direkt zu sprechen ist sehr schwer.. dennoch im Spiel leider möglich. Versucht dennoch, hier drauf zu achten. Beim Essen kann man es so oder so sehen, wenn ihr unbedingt reden wollt, dann verstellt eure Stimme doch am besten so, als ob ihr den Mund voll hättet. Auch das kann einiges zum RP beitragen


    - Typisches PVE RP

    Damit meine ich generell Begegnungen, in denen prinzipiel zwar RP betrieben wird, aber dieses typische: "Hast du zufällig ne schwarze Hose oder Nägel?" und der ganze Rest bleibt komplett auf der Strecke. Auch ist mir aufgefallen, dass sehr viele die Tendenz haben, extrem nahe heran zu kommen. Überlegt euch, ob es in einer Apokalypse ohne Gesetze wirklich sinnvoll und sicher ist, einfach so auf Menschen zuzulaufen, die ihr nicht kennt und dann auch noch so nahe, dass sie euch einfach abstechen könnten.


    - Alleskönner, Alleswisser

    Ebenfalls ein sehr wichtiges Thema. Sehr viele Charaktere, können einfach alles. Sie kennen die Namen von der Munition von ihrer Waffe, haben an sich aber absolut keinen Hintergrund diese Waffe überhaupt zu kennen. Nennt die Dinge doch anders. Überlegt euch was ihr so nun wirklich wissen könnt und was nicht. Das gilt auch für Autos und andere Dinge.


    - Kleidung

    Passt eure Kleidung eurem Charakter an. Sehr viele laufen in den fettesten Militärgear herum, weil sie Jäger sind. Jäger rennen so aber normalerweise nicht rum. Überlegt euch also wirklich, wieso ihr die Dinge tragt, die ihr habt, das gilt auch für andere Gegenstände


    -Emoten

    Nutzt Emotes um eurem Charakter noch mehr Leben einzuhauchen und andere wissen zu lassen, was sie sich gerade vorzustellen haben. Gebt vor allem den Leuten auch Zeit, emoten zu können. Meist, wenn ein Spieler nicht sofort antwortet, schreibt er vermutlich etwas in den Text Chat, also geduldigt euch einfach ein wenig.


    -AFK gehen, Lags etc.

    Am besten einfach ausspielen. Einer loggt aus, weil er die Verbindung verloren hat? Vielleicht ist er gerade in Gedanken? Ist in Trance oder kurz ohnmächtig geworden? Wartet hier einfach auf den Spieler, der sich wieder einloggt und lasst ihn entscheiden, welche Variante er bevorzugt. Es ist keine Schande dann auch einfach mal hinzufallen und es direkt auszuspielen, dass ihr vielleicht gerade einen Sekundenschlaf hattet oder ähnliches. Bei Lags genauso, dann war das Hirn eben kurz mal offline. Dafür kann es ja etliche Gründe geben, die ihr euch aussuchen könnt. Wichtig einfach, bleibt IC und reagiert einfach dementsprechend.


    - Persönlichkeiten

    Was mir da etwas fehlt ist, dass sehr viele sich gar nicht die Zeit nehmen oder die Mühe machen, auf die Charaktere von anderen einzugehen. Und damit mein ich ihre Persönlichkeit und ihre Geschichten. Es gibt so viele tiefgründigere RP Situationen, die man auch ohne Waffen und Aktion erleben kann, wenn man sich nur auf die Geschichte von anderen auch einlässt und sich davon mitreissen lässt. Denn dann könnt ihr auch die Persönlichkeit eures Charakteres weitaus besser zu Geltung bringen und andere daran teilhaben lassen.


    Das sind jetzt nur ein paar Beispiele, die mir in den Sinn gekommen sind.

    Gerne, sollte der Bedarf bestehen, kann man sich auch mal zusammensetzen im TS und einfach eine Fragerunde machen, sollte das gewünscht sein. Sich austauschen, wie wer in welcher Situation reagieren würde und weshalb. Solche Gespräche haben mir damals als ich anfing zum Beispiel sehr geholfen besser zu werden und mich auch sicherer im RP zu fühlen. Könnt mich da gerne auch einfach mal im TS anstupsen ^^

    Gut dann hab ich hier mal was mir wichtig wäre. Manches davon ist vielleicht schon genannt worden:


    - Abrennen von Holz um einiges verlangsamen

    - Anzahl Holzstücke und Holzstämme beim Fällen von Bäumen etwas erhöhen

    - Äxte, Hämmer, Schaufeln etc. etwas haltbarer machen, momentan sind die ja nach sehr kurzer Zeit hin (und sind wir ehrlich, die Dinger reparieren bringt so gut wie nichts)

    - Temperatur in Chernarus je nach Jahreszeit anpassen (damit es auch Sinn macht dickere Kleidung oder eben nicht zu tragen)

    - Temperatur von Gewässern anpassen (vielleicht, dass man jetzt im Sommer nicht gleich nach wenigen Minuten zu erfrieren droht.)

    - Temperatur von Regen anpassen, dass man auch nicht sofort erfriert nur weil man nass ist

    - Infizierte anpassen, was Schaden und Wiederstand anbelangt. Alte Frau natürlich schwächer als einen Soldaten, aber ja... keinen Priester der übermenschliche Kräfte hat

    - Brunnen anpassen, dass man nicht so schnell krank wird. Am besten einfach Wahrscheinlichkeit runterschrauben. Bei anderen Gewässern natürlich nicht

    - Vielleicht gewissen Loot komplett ausschalten, den wirklich keiner braucht

    - Nahrhaftigkeit von Gemüse und Früchten erhöhen (momentan bringt das meiste ja nicht sonderlich viel)

    - Wenn möglich, ruinierte Kleidung weiterhin tragbar machen (Also Shirts, Hosen etc. der Look von den Sachen find ich fürs RP doch recht cool.)

    - Persistence von Gärten eventuell verlängern (Vielleicht wie bei anderen Sachen, dass man damit interagieren muss, damit es nicht despawnt so alle 3-4 Tage)

    - Dazu dann das Wachstum der Pflanzen und alles anpassen, sodass es etwas länger dauert (vielleicht so, dass das Nutzen von Dünger nun wirklich einen signifikanten Vorteil bringt)

    - Eventuell die Animationen von Verletzt sein, sowie den Krankheiten (Husten, Niesen etc.) ins Emote Rad mit einfügen

    - Inventar weiterhin öffnen können, auch wenn man in einem Emote steckt. Also zum Beispiel wenn man sitzt oder liegt


    Das ist momentan alles, was mir in den Sinn gekommen ist ^^

    Auf diversen Frequenzen kann eine schwache Stimme wahrgenommen werden. Das statische Rauschen könnte etwas Probleme machen um die Person zu verstehen, man muss schon sehr genau hinhören.


    "Ich brauche Hilfe... ich wurde von einem Rudel Wölfe überrascht... kann... kann mich jemand hören? Bitte... ich hab es bis... Nadez geschafft... oder so was Ähnliches..."


    Die Stimme klingt gequält vor Schmerzen und bricht schliesslich ab.


    Oh bitte kein First Person in irgendeiner Art... da stimm ich als Spieler dagegen.


    Ich mag es selbst entscheiden zu können, ob ich meinen Char sehe oder nicht während ich RP mache ^^

    Ich möchte mich zu diesem Thema auch gerne äussern.


    Ja es stimmt, es gibt wenige Leute, die das andere Geschlecht überzeugend gut bespielen können, aber es gibt sie. Vielleicht sogar mehr, als es Leute gibt, die überzeugende Soldaten spielen... will ich einfach mal nur so gesagt haben. Ich habe einige Frauen im RP kennen gelernt, die von Männern bespielt wurden und einige davon waren auch wirklich sehr gut ausgespielt und wirkten echt.


    Insofern find ich die Aussage, dass man es nicht erlaubt, weil es zu wenige gibt etwas fragwürdig und eventuell sollte man diesen teaminternen Entscheid (der in den Regeln nicht festgehalten ist soweit ich gesehen hab), nochmals überdenken und diskutieren. Denn ansonsten müsstet ihr mit diesem Hintergrund wirklich den Leuten auch verbieten Soldaten oder richtige Ärzte etc. zu spielen, denn da ist die Palette ebenso gering.


    Zudem... teaminterne Entscheide... stehe ich immer sehr kritisch gegenüber, vor allem wenn es dann nirgends festgehalten wird. Mir war nicht bewusst, dass es nicht erlaubt ist, das gegenteilige Geschlecht zu bespielen. Dass man da vielleicht ein genaueres Auge auf die Vorstellung und alles hat, okay, kann ich nachvollziehen.


    Zu der ganzen Situation hier... ich glaube wir sind nicht im Kindergarten und können doch eine sachliche Diskussion hier aufrecht erhalten oder? Ohne gleich persönlich zu werden oder zickig.





    Es würde mich interessieren, was andere Community Member von der ganzen Thematik halten.

    Seit heute atmet mein Charakter schwer und die Ausdauer Anzeige springt immer wieder hin und her, also füllt sich nicht komplett zu dem Punkt, wo es sollte.


    Ich habe leider keine Ahnung was das auslöst und wie ich es beheben kann, irgendwer eine Idee?


    Was ich schon versucht oder geprüft habe:


    - Auf Krankheit geprüft (kein Krankheitssymbol vorhanden)

    - Dem Char ist weder zu warm, noch zu kalt, Anzeige ist normal

    - Essen und Wasser ist ebenfalls voll

    - Habe sämtliche Items abgelegt

    - Antibiotika geschluckt, bis das Pillesymbol wieder verschwunden ist

    - Eine ganze Weile hingesetzt und hingelegt

    Hmm... also vielleicht bin ich da mit meiner Meinung alleine, aber glaubt ihr wirklich, das RP wird besser, nur weil dann so gut wie kein Loot mehr spawnt?

    Ich erinnere mich an eine Version von DayZ, da war genau das der Fall. RP wurde sehr schwierig, weil jeder damit beschäftigt war nicht zu verhungern und sich was zu essen zu suchen.


    Denn, bezüglich essen:

    Sicher man kann Tiere jagen. Aber sind wir mal ehrlich... wie viele der Charaktere, die hier rumlaufen, können wirklich jagen? Und wenn sie es mal geschafft haben ein Tier zu erlegen, wissen die, wie man es ausnimmt? Also mein Charakter kann das mit einem Hähnchen, aber ein Reh oder eine ganze Kuh ist dann doch n bisschen was anderes


    Anbauen? Ja sicher, richtig einfach in DayZ, aber wenn man es realisitsch betrachtet auch nicht gerade mal schnell schnell gemacht oder? Nicht jeder Charakter hat einen grünen Daumen und kriegt das alles sofort hin.


    Bei anderen Leuten handeln? Sicher, wäre möglich, dafür müsste man die anderen Leute aber auch erst mal dann finden und sorry wenn ich das so sage, aber in einer Apokalypse überlegt sich mein Charakter mehr als nur zweimal ob sie auf Leute einfach so zugeht oder nicht. Glaube etwas dämmlicheres als: *einfach mal hinlaufen* "Oh hallo ich bin der der und der, habt ihr was zu essen?" gibt es ja wohl nicht...



    Munition:

    Also kurz was Armbrüste und so betrifft... die spawnen nicht. Bögen kann man nicht craften. Also wer eine Fernkampfwaffe will, ist momentan moch gezwungen eine Schusswaffe zu benutzen. Ausser eine Mod macht das mittlerweile möglich, was ich aber bezweifle. Meines wissens kann man auch den Speer nicht werfen, sondern nur als Nahkampfwaffe nutzen.


    Irgendwann gar keine Munition mehr vorhanden? Okay und dann? Wie will man denn Tiere jagen? Mir an sich könnte das egal sein, ich benutzt sowieso so gut wie nie eine Schusswaffe und wenn, dann nur eine Pistole.



    Händler:


    Also ich hab bisher noch kein gutes Händlerkonzept gesehen, wenn ich das mal so anbringen darf... das soll kein Angriff sein oder sonst etwas, aber in einer Apokalypse, wo ein Händler sich dadurch definiert, dass er einfach zig Zelte hat, vollgepumpt mit Loot und dann wartet, dass einer vorbei kommt um zu tauschen... nee. Sorry. Spätestens nach einem Tag wären die Zelte leer, wenn er nicht hinschaut. Mein Char handelt, wenn sie es muss und sich gerade die Gelegenheit dazu bietet, mit dem was sie eben gerade hat und braucht. Ein richtiger Händler, hat dann vielleicht einen grösseren Rucksack, und an ein paar Standorten versteckte Lager, die er ab und an mal etwas auffüllt oder was wieder mitnimmt, wenn die Anfrage gerade gross ist.



    Ich will hier nicht die Spielverderberin sein, an sich ist es mir egal, schraubt dran rum wie ihr wollt. Aber erfahrungsgemäss hat noch nie eine Spieleinstellung das RP verbessert. Hier kommt es auf die Spieler drauf an. Man müsste halt mal im RP loote gehen. Da ist man auch vorsichtiger und rennt nicht einfach durch eine Stadt. Man macht sich einen Plan, koordiniert, geht den Infizierten aus dem Weg wenn möglich um Munition zu sparen und kein unnötiges Risiko einzugehen.... insofern, überlegt euch das gut, wie realistisch ihr die Einstellungen gestalten wollt. Ich persönlich habe keine Lust die Stunde, die ich vielleicht abends mal RP machen kann damit zu verschwenden, wie blöd nach Essen zu suchen, weil ich sonst verreck. Ich mach ehrlich gesagt lieber RP und schränkte mich da einfach ein und agiere, als wäre alles sehr rar und kostbar.


    Aber wie gesagt, macht was ihr wollt.

    Eintrag 1


    Leicht gähnend sitzt Emily auf einen der erhöhten Jägerstände und beobachtet das riesige Feld darunter. Nur der Mond und das kleine Knicklicht neben ihr spenden etwas Licht, gerade genug, damit sie ihr Notizbuch hervorholen und etwas niederschreiben kann.


    Mit der Vergangenheit abzuschliessen ist eine Fähigkeit, die ich wohl noch erlernen muss. Zwar war ich bisher der Meinung, dass mich nichts von damals mehr aus der Fassung bringen könnte, doch wurde ich schmerzlichst eines Besseren belehrt. Ich schätze, dass wir beide nicht mit dieser Reaktion von mir gerechnet hatten. Obwohl, wer weiss. Ich kann nur schwer einschätzen, was genau er von mir denkt. Seine Worte sind manchmal so unverständlich und verwirrend, als würde er eine andere Sprache sprechen und in der nächste Sekunde dann wieder so verständlich, als würden wir dieselben Gedanken teilen.


    Einige seiner Worte lassen mich nicht los… vermutlich, weil ich sie noch nicht gänzlich verstehe. Oder verstehe ich sie und bin es mir bloss nicht bewusst? Vieles, worauf er mich aufmerksam macht, gehört für mich bereits dazu. Sei es sich versteckt zu halten und mit der Umgebung zu verschmelzen oder nicht offensichtlich auf Strassen zu wandern. Das alles waren Dinge, die ich bereits zuvor so gehandhabt hatte.


    Aber brachte mich das wirklich an mein Ziel? Würde ich damit das erreichen können, was ich wollte oder driftete ich bereits auf einen Weg ab, von dem es kein Zurück mehr geben würde? Ich brauche mehr Zeit… Zeit über alles nachzudenken und mir über gewisse Dinge im Klaren zu werden.


    Diese Welt hatte sich verändert… in gewisser Weise zumindest. Was die Boshaftigkeit der Menschen anbelangte, so stellte ich keinen grossen Unterschied fest.. nur die Handhabung hatte sich verändert. Während früher Verbrechen verfolgt und geandet wurden, ist es heute sozusagen scheiss egal. Niemand interessierte sich heute noch für Gesetze. Ich ehrlich gesagt auch nicht. Ich tat was ich für richtig hielt… so wie vermutlich alle hier, um das eigene Überleben zu sichern. Wobei… soweit ich gesehen und beobachtet habe, scheinen manche den Ernst der Lage noch nicht wirklich begriffen zu haben. Sie vertrauen blind… lassen ihre Lager unbeaufsichtig und drehen einem unbedacht den Rücken zu. Nun… bei mir brauchten sie sich grundlegend keine Sorgen zu machen, ich hatte nichts Böses vor… doch es gab andere, die solche Gelegenheiten nutzen würden, wenn sie sich boten.


    Die Leute darauf aufmerksam zu machen würde wohl nicht viel bringen… schon oft hatte ich früher versucht die Menschen um mich herum zu sensibilieren und ihnen klar zu machen, dass sie vorsichtiger sein sollten. Im Endeffekt, hatte es nicht viel gebracht… aber womöglich hatte ich nun ja eine Chance das alles etwas zu ändern.


    Sie stoppt in ihrer Bewegung und seufzt, während sie sich noch einmal alles durch den Kopf gehen lässt. Kurz fährt sie mit einer Hand über eines ihrer Handgelenke und zieht den Stoff ihrer Jacke etwas zurück.


    Ja diese Welt hatte sich verändert… und ich hatte mich auch verändert. Ich weiss noch vor einigen Jahren, als ich mir schwor nie einem lebenden Wesen etwas anzutun. Ich würde Leben versuchen zu retten und sie nicht nehmen… und doch kümmerte ich mich tagtäglich darum die Strassen von Infizierten zu befreien, zumindest so, dass ich mich ohne Gefahr bewegen konnte. Doch ich denke diese Einstellung ist in einer Welt wie heute, nur noch schwer möglich. Jeder musste sich anpassen… auf die eine oder andere Art, oder man blieb auf der Strecke.


    Doch was sollte ich nun tun? Vieles von den neuen Erkenntnissen sprach mir aus der Seele… wiederum andere jedoch sah ich anders… ob das zu Problemen führen würde, oder lag der Sinn des ganzen darin, nicht gleich alles für bare Münze zu nehmen? Ich wollte nicht zu viele Fragen stellen… nicht zu viele meiner Sorgen offenbaren, wenn ich noch nicht einmal wusste, ob es wirklich Sorgen sind, oder ich zuzeit einfach viel zu viele Dinge versuchte zu verarbeiten.


    Nun, wir werden sehen… ich sollte wohl mal wieder versuchen etwas Schlaf abzubekommen… ist wohl schon wieder einige Stunden überfällig…


    Emily klappt das Notizbuch zusammen und verstaut es wieder an seinem rechtmässigen Platz.

    *Emily wäscht sich das Blut von den Händen und lässt sich anschiessend nahe einer Wand auf den Boden sinken. Die dunklen Augenringe sind nun noch deutlicher zu sehen als sonst, vermutlich war es längst wieder an der Zeit für sie mehrere Stunden am Stück zu schlafen. Doch die momentane Situation war noch immer zu unsicher dafür. Sie lässt ihren Blick noch einmal zu den anderen schweifen um sich zu vergewissern, dass es allen mehr oder weniger gut geht, ehe sie ihr Notizbuch greift und beginnt zu schreiben.*


    Es wäre gelogen zu sagen, dass ich in gewissen Augenblicken nicht damit gerechnet hätte, dass wir alle sterben würden. Sei es als auf diese kleine Halle geschossen wurde oder als wir die Schüsse von draussen hören konnten, nachdem wir uns in die Lagerhalle bei Svetlo begeben hatten. Es war so lange still und dann plötzlich kam ein regelrechtes Feuer an Schüssen.


    Aber vielleicht sollte ich besser von Anfang an beginnen… scheinbar wurden Reaper in der Stadt gesichtet, sodass die «Söldner» sich der Sache angenommen haben und los sind, um die ganze Geschichte zu überprüfen. Ich blieb mit Maria und einigen anderen zurück in der Halle, bis dieser Nathaniel auftauchte. Keine Ahnung zu wem er genau gehört, Fakt ist jedoch, dass er wohl falsche Informationen an uns weitergegeben hat. Eric hatte ihm wohl aufgetragen zu uns zu kommen und uns zu holen, er jedoch wollte sich in der Halle verschanzen. War er einfach nur feige oder hatte er uns absichtlich von der Situation fern halten wollen? Was auch immer, Vertrauen braucht er von mir nicht mehr zu erwarten. Wie kann man seit 4 Jahren in dieser Scheisse leben und so feige sein? Ach egal, das soll nicht meine Sorge sein.


    Schlussendlich kam Eric in die Halle, wohl etwas aufgebracht, da wir nicht zu ihnen gekommen sind. Verständlich, nur konnten wir das schlecht wissen, wenn uns dieser Typ nicht die Wahrheit sagte. Eric wollte, dass wir mitkamen um den Reaper zu identifizieren. Filip nennt er sich wohl, wobei es mir ziemlich egal ist wie er heisst oder ob das wirklich sein Name ist. Die Stimme erkannte ich sofort und er schien sich auch nicht wirklich allzu grosse Mühe zu geben, sich als wen anderes auszugeben. Entweder war er dumm oder er glaubte wirklich, dass es kein Nachspiel geben würde. Dann wurde auf die Halle plötzlich von irgendwoher geschossen. Mehrmals und manchmal nur sehr knapp an Köpfen und Beinen von diversen Personen in der Halle vorbei.


    Das Ganze dauerte zu lange… also ging ich nach oben zu der kleinen Kammer, in welcher sich Filip versteckte. Was genau ich damit erreichen wollte? Nun, so genau wusste ich es selbst nicht. Es wäre ein leichtes gewesen ihn zu erschiessen… mehrmals hatte ich freie Sicht auf ihn und hätte die Waffe heben können. Doch irgendetwas sagte mir, dass es noch nicht an der Zeit war. Der Tod war an sich auch eine Befreiung und meiner Meinung nach sollte er sich erst für seine Taten verantworten müssen. Eric kam anschliessend nach oben und wollte mit ihm unter vier Augen reden. Keine Waffen und nur die zwei.


    Ich nahm sein Gewehr und die Pistole und brachte alles erstmal zur Lagerhalle zurück. Wirklich begeistert davon war ich nicht, aber womöglich war es die beste Lösung. Doch manche Leute… also wirklich, ich wundere mich wie sie es geschafft haben so lange zu überleben. Vermutlich hatten sie nichts anderes als pures Glück gehabt, anders konnte es einfach nicht möglich sein.


    Diese Helena… meine Güte, also noch schlimmer kann es wirklich nicht mehr werden. Mal davon abgesehen, dass sie wohl überhaupt keine Ahnung hatte, was genau hier vorging und weswegen wir so handelten, hatte sie wohl auch überhaupt keine Ahnung, wie man sein eigenes Leben schützte. Grosse Klappe und meiner Meinung nach zu nichts zu gebrauchen. Es erschrak mich selbst, dass ich nicht nur einmal daran dachte, ihr einfach eine Kugel in den Kopf zu jagen, nur damit sie endlich die Schnauze hielt… gleich verhielt es sich mit ein paar anderen, deren Name ich aber nicht mehr wirklich im Kopf habe.


    Bei der Halle dasselbe… es wurde gerade eben auf uns geschossen und die veranstalten ein Kaffekränzchen vor den Toren, anstatt ihren Arsch rein zu bewegen und die Tore zu schliessen. In dem Moment dachte ich wirklich, dass es nicht mehr schlimmer werden konnte. So viele Idioten… zu viele, als dass es noch tragbar wäre. Und dann fielen Schüsse. Mehrere… und ich wusste nicht, ob die Schüsse nun Gutes oder Schlechtes bedeuteten. Nun, jetzt weiss ich es… wobei ich den Grund für all das nicht verstehen kann.


    Doch ich denke auch nicht, dass ich es verstehen werde. Es ist passiert… zwei Verletzte, jede Menge Arbeit für mich und den Doc und noch dazu haben sie mir die Entscheidung abgenommen, ob ich an meinen Prinzipien festhalte oder nicht. Sie haben noch den letzten Rest dazu beigetragen, dass ich meine Welt nun anders wahrnehme und weiss, was ich nun zu tun habe.


    Tja Schwesterherz… wie sagtest du einmal? Ich bin ein einsamer Wolf, der meist nur knurrt und das weite sucht… aber wenn er lange genug in die Ecke gedrängt und hintergangen wurde, wird er sich stellen und andere seine Zähne spüren lassen. Wie immer hattest du Recht… bestimmt würdest du mich nun mit einem wissenden Lächeln ansehen und nur sanft nicken, um mir zu sagen, dass du hinter mir stehst, egal was ich tue. Ich hoffe wirklich, dich eines Tages wiederzusehen… doch gerade weiss ich nicht, ob das möglich sein wird. Ich habe nun eine Aufgabe… eine Chance… und diese werde ich wahrnehmen, auch wenn es womöglich die letzte Entscheidung ist, die ich fälle.


    Ich werde meinen Teil dazu beitragen… auf jegliche Art und Weise, die mir möglich ist.


    *Emily knallt das Buch zu und verstaut es wieder in ihrem Rucksack, ehe sie ihre Pistole greift und das Magazin nochmals überprüft. Sie wirkt nicht ruhig wie sonst, sondern vielmehr entschlossen.*

    *Emily sitzt im Zelt, welches sie zugeteilt bekommen hat und starrt an die Decke. Noch immer kann sie einfach nicht schlafen, sodass sie sich schlussendlich doch wieder aufsetzt und nach ihrem Tagebuch greift.*


    Jeder von uns lebt ein sehr unterschiedliches Leben. Wann immer ich wiedr unter Menschen bin, wird mir wieder bewusst, wie viele Geschichten es eigentlich gibt. Manche davon miteinaner verworren, andere abhängig von anderen und wiederum andere, die miteinander kollidierten. Meine war momentan… nicht gerade so wie ich sie gern gehabt hätte. Ich hasste meine derzeitige Lage. Verletzt und unnütz, an sich einfach nur ein Ballast, den man in solchen Zeiten besser loswerden sollte. Und so schnell würde sich daran wohl auch nichts ändern, zumindest nicht wenn es darum ging, mich physisch von Ort zu Ort zu bewegen. Gehen funktionierte zwar auf kurzer Distant, aber dennoch war ich auf andere angewiesen.


    Sie brachten mir Wasser und dafür bin ich auch dankbar aber… ich hasste es nicht selbst auf mich aufpassen zu könne. Dennoch musste ich den Tatsachen ins Auge sehen, dass ich es momentan nicht ändern konnte. Mein Bein würde noch eine ganze Weile in Anspruch nehmen, bis ich es wieder mehr oder weniger belasten konnte. Nun, zumindest würde mich das nicht davon abhalten meine Stärken dennoch zu nutzen, auch wenn dafür wohl gerade kein Bedarf war. Ärzte schienen sie einige zu haben, von daher würde man meine Dienste wohl so schnell nicht brauchen… zumal ich an sich Tierärztin war und keine Humanmedizinerin. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich auch eher den Profi wählen.


    Jeder hier schien eine Aufgabe zu besitzen und diese auch gewissenhaft auszuführen… und ich sass gerade nur rum und konnte nicht wirklich etwas tun. Niemand hat mir bisher einen Vorwurf gemacht, doch ich wusste, dass es so nicht ewig weitergehen konnte. Also beschloss ich wenigstens die Zeit zu nutzen und die Leute hier etwas kennen zu lernen, zumindest soweit und soviel, wie eben nötig war. Vielleicht fand ich so dann doch eine Sache, die ich auch in diesem Zustand erledigen konnte. Manche hier jedenfalls schienen nicht ihre wahre Identität zu nutzen… oder haben sie früher nicht genutzt, als ich sie kennen gelernt hatte. An sich überraschte mich das nicht. Auch ich habe schon oft falsche Namen verwendet, wenn mir gewisse Personen nicht geheuer waren oder ich in Situationen steckte, in denen man sich besser nicht an mich erinnerte.


    Vermutlich war das hier auch der Fall, wenn man bedachte, dass sie ein Problem mit den Reapern hatten… so wie ich wohl auch. Rachegedanken sind so eine Sache… in einem Moment bin ich entschlossen zu handeln und im nächsten kommen mir doch wieder meine Prinzipien in den Weg. Nun ja… jagen würde ich nicht. Ich war keine Jägerin. Aber verteidigen, werde ich mich auf jeden Fall, sofern es nötig sein sollte. Noch einmal lasse ich es nicht zu, dass sich die Geschichte wiederholt.


    Zum Glück musste ich auch aber nicht mehr so genau darüber nachdenken. Ich unterhielt mich kurz mit Natalaya. Sie schien mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen und erst nachzudenken, bevor sie handelte. Das war wirklich angenehm, eine Person weniger, wegen der man sich Sorgen machen musste. Ihr Wodka hat es zudem wirklich in sich… er schmeckte auf jeden Fall, doch für meinen Geschmack war er etwas… stark. Lag aber wohl auch daran, dass ich normalerweise von jeglichem Alkohol die Finger liess. Er trübte das Urteilsvermögen… doch in solchen Situation war es manchmal gar nicht schlecht einfach mal abschalten zu können. Da ich weder Wache halten musste, noch sonst eine besonders schwierige Aufgabe zu erledigen hatte, die meine Konzentration erforderte, liess ich mich darauf ein.


    Etwas später unterhielt ich mich wieder mit Eric, der ebenfalls noch wach war. Er schien seine Vorsicht niemals fallen zu lassen, selbst wenn er gerade nicht für die Wache eingeteilt und sich hätte ausruhen können. Es war angenehm sich mit ihm zu unterhalten. Du hattest schon immer ein besonderes Gespür dafür, ob du Menschen trauen konntest, oder Lucy? Zumindest mehr als ich. Ich weiss, dass du ihm niemals die Zeichnung für mich mitgegeben hättest, wenn du dir unsicher gewesen wärst. Und so war es… mit ihm zu reden war unkompliziert. Ich kann zwar seine Leute noch nicht einschätzen, aber ich denke nicht, dass ich mir ihretwegen sonderlich grosse Sorgen machten musste. Womöglich war es ein Fehler aber… die Entscheidung hatte ich nun gefällt. Und mit den Konsequenzen würde ich leben.


    Worüber ich mir aber Sorgen machte, war Sam. Er wollte unbedingt zu diesem Radioturm und ist dann alleine dorthin aufgebrochen. Wäre ich nicht verletzt, hätte ich ihn natürlich begleitet, doch so war ich mehr ein Ballast als eine Hilfe. Bisher hat er sich aber noch nicht gemeldet… ich hatte das Funkgerät die ganze Zeit an und habe auch versucht ihn einmal anzufunken… doch nichts kam zurück. Natürlich, man hatte nicht immer Zeit auf sein Funkgerät zu achten. Ich wusste das und versuchte deswegen nicht gleich vom Schlimmsten auszugehen… aber dennoch… ich frage mich, wo er wohl gerade steckte.


    Hoffentlich war er nicht den falschen Leuten über den Weg gelaufen… nun ja, wenn er sich bis morgen nicht meldet, werde ich mir wohl irgendetwas einfallen lassen müssen. Generell würde ich mir in den nächsten Tagen überlegen müssen, was ich eigentlich will.


    Lu… wenn du irgendwo hier bist oder hierher unterwegs… dann sei vorsichtig. Ich will dich in diesem Leben noch einmal sehen und nicht erst im nächsten. Ich bin sicher du verfolgst bereits einen Plan und eine Strategie… ich hoffe eines Tages werde ich auch wieder Teil darin sein. Immerhin… sind wir noch die einzigen, die übrig sind.


    *Sie knallt das Notizbuch zu und schüttelt leicht den Kopf, ehe sie es dann zur Seite neben ihren Rucksack wirft.*

    *An die Wand gelehnt starrt Emily weiterhin auf den kleinen Zettel, den sie erhalten hat. Die Zeichnung darauf lässt sie lächeln, gleichzeitig jedoch wirken ihre Augen traurig und besorgt. Sie seufzt leise und legt die Zeichnung neben sich, ehe sie ihr Notizbuch greift und beginnt zu schreiben.*


    Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll… so vieles ist an nur einem Tag passiert, dass ich meine Gedanken nicht einmal richtig ordnen kann. Es kommt nicht oft vor, dass ich keine Ahnung hatte, was ich als nächstes tun musste oder sollte, doch in der Scheune hatte ich wirklich einen Moment lang keinen Schimmer. In unserem Zustand kamen wir nicht weit… nicht weit genug um den Forderungen der Reaper Folge zu leisten und nicht weit genug, um es so zum Sägewerk zu schaffen, ohne vorher eine Kugel im Kopf zu kassieren. Doch es schien, dass ich mir die Nacht hindurch umsonst Sorgen gemacht hatte.


    Als der Morgen anbrach und Sam draussen nach Äpfeln suchte, bekamen wir unerwarteten Besuch. Im ersten Moment dachte ich wirklich, es wäre aus. Ich war so geschockt, dass ich mich im ersten Moment gar nicht bewegen konnte, als auf der anderen Seite der Scheune jemand stand, die Waffe im Anschlag und sie direkt auf mich gerichtet. Ich konnte nicht einmal genau darüber nachdenken, um wen es sich nun handelte, zu sehr war ich in meinen Gedanken gefangen… versuchte mit einen Plan zu überlegen, irgendetwas sodass ich reagieren konnte. Doch sie schossen nicht… und dann realisierte ich auch, dass es sich wohl nicht um Mitglieder der Reaper handelte.


    Jedoch schienen sie uns wohl erst für etwas… verdächtig zu halten. Ich konnte es ihnen nach allem was hier passiert war, nicht wirklich verübeln. Ich antwortete einfach auf die Fragen, die sie uns stellten. Als ich die Reaper erwähnte, schienen sie auf einmal hellhörig zu sein. Es handelte sich bei ihnen wohl um Leute vom Sägewerk… machte an sich irgendwie auch Sinn, doch zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht so ganz, ob wir damit nun ausser Gefahr waren oder nicht. Sie nahmen uns mit und brachten uns unbeschaded zum Sägewerk. Natürlich wollten sie sämtliche Informationen von uns, die wir ihnen geben konnten… die ich ihnen schliesslich auch gab.


    Warum? Nun… so sicher bin ich mir selbst nicht. Vielleicht weil das Wort «Rache» noch immer irgendwo da oben rumschwirrt. Nein… Rache an sich ist es nicht. Aber ich wollte verhindern, dass andere auch unter ihnen leiden mussten. Und auf diese Art und Weise konnte ich zumindest den ersten Schritt machen. Ich weiss nicht ob Sam meine Beweggründe versteht… nicht dass ich es ihm wirklich erklären könnte.


    Gewisse Dinge spürt man einfach… man muss ihnen nachgehen und sie tun, auch wenn man manchmal selbst nicht genau erklären kann wieso. Natürlich jedoch würde ich ihm weiterhin helfen seine Erinnerungen zu finden… sofern er das dann wollte. Ich wusste, dass ihm dieser Radioturm keine Ruhe liess… doch in diesem Zustand war ich ihn in keinster Weise eine grosse Hilfe. Ich wollte nicht, dass er geht, aber ich konnte es auch irgendwie verstehen. Aus diesem Grund versuchte ich auch nicht ihn aufzuhalten, als er sagte, dass er sich auf den Weg machen wollte.

    Gut, schlussendlich blieb er aufgrund von Schüssen und gewissen Ereignissen dennoch hier aber… das würde an der Sache selbst nichts ändern. Morgen konnte jedoch schon wieder alles ganz anders aussehen… nun ja.

    Ein paar bekannte Gesichter sah ich hier ebenfalls… einerseits dieser Typ, den ich damals in Gorka kennen gelernt hatte. Sein Name will mir gerade nicht einfallen, doch ich bin mir sicher, dass er es ist… auch wenn sich sein Verhalten irgendwie… verändert hat. Seine Ausstrahlung war anders und irgendwie wirkte sie besorgniserregend auf mich. Was genau es jedoch ist kann ich nicht benennen… vielleicht bildete ich mir auch einfach nur wieder gewisse Dinge ein, die gar nicht vorhanden waren.


    Tja… und dann tauchte Luna dort auf. Ein Freund von ihr war wohl ebenfalls vor dem Tor aufgetaucht… soweit ich es mitbekommen habe, gehörte er ebenfalls zu den Reapern. Sein Besuch hier bekam ihm wohl nicht sonderlich gut, auch wenn ich keine Details mitbekommen habe. Und dann ging es mit Luna los. Ich weiss wirklich nicht, was sie sich dabei dachte hierher zu kommen… selbst wenn sie unschuldig und nur ein Opfer gewesen war… sie hätte doch damit rechnen sollen, dass die Menschen hier ihr nicht mehr vertrauten und ihr kein Wort abkauften. Ich selbst war mir nicht einmal sicher, was ich davon halten sollte… wollte sie uns wirklich helfen oder war das nur Show? Ich hatte nicht wirklich Angst in ihrer Stimme gehört gehabt, als die Reaper ihr die Waffen entgegen gehalten hatten… mehr trotziges Gemecker… etwas was man doch nicht tut wenn man angedroht bekommt getötet zu werden.


    Aber wer bin ich über rationales Verhalten zu urteilen… vermutlich tat ich noch ganz andere verrückte Dinge. Tatsache war jedoch, dass ich ihr nicht glauben konnte und ich damit auch keine Ambitionen hatte, die Personen hier von ihrer Unschuld zu überzeugen. Ihre letzten Worte trafen mich auch nicht wirklich. Blut soll an meinen Händen kleben? Nun, damit mag sie vielleicht sogar Recht haben. Doch das hatte nichts mit ihr zu tun.


    Ich hatte es Sam schon gesagt… ich war nicht die, die er glaubte in mir zu sehen. Ich war keine unschuldige Seele, die sich nie ihre Hände schmutzig gemacht hatte. Auch wenn ich nicht stolz darauf war… gewisse Dinge kann man sich nicht aussuchen. Aktionen bringen Reaktionen mit sich… Entscheidungen brachten Konsequenzen mit sich.

    Welche Konsequenzen würden wohl meine Taten nach sich ziehen, Schwesterherz? Was wird deine Schwester, die einsame Wölfin wohl für eine Quittung erhalten? Doch bevor das alles kommt… werde ich dich wiedersehen… damit du mir abermals ein Bild eines Wolfes zeichnen kannst… so wie du es immer getan hast, wann immer du mich als einsame Wölfin betitelt hast… weisst du was? Ich schätze in gewisser Weise, hattest du von Anfang an recht.


    *Emily seufzt und klemmt das gezeichnete Bild zwischen die Seiten ihres Notizbuches, ehe sie es wegpackt.*

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