• 16fef3-1565997801.png


    Alina.


    Das Tagebuch befindet sich in Alina's Besitz und ist als Ingame-Item auffindbar. Es ist eine Bibel (schwarzes Buch), die Alina fast immer dabei hat, zumeist in der Medizintasche ihrer Mutter.


    Alina hat keine Kamera!!

    Alle Bilder sind rein zur Veranschaulichung

    und nicht Bestandteil des Tagebuchs.


    Lediglich die Parts in den Spoilern sind schriftlich festgehalten!


    2c531a-1562893399.png



    Erschöpft schleppt sich Alina die letzten Stufen zu ihrem Zimmer hoch. Sie öffnet die Tür umd atmet leise auf.... es war ein langer Tag. Sie betritt das Zimmer und schließt die Tür hinter sich. Sie dreht den Schlüssel, der in der Tür steckt leise um, ein klicken ist zu hören.


    6de7cd-1562893519.pngSie geht zu ihrer Liege, zieht die Schuhe aus und setzt sich seufzend aufs Bett, ihren Rucksack legt sie neben sich. Einen Moment verharrt sie so und starrt auf das Sofa neben ihrem Bett. Es ist leer. Natürlich, er ist nicht da. Niemand weiß, wo er hin ist oder wann er wiederkommt. Das macht sie schier verrückt. Sie vertraut dem Mann nicht vollends, bei dem sie wohnt... dennoch fühlt sie sich sicherer in seiner Nähe, immerhin hat er sie hierher gebracht. Wo er wohl steckt?


    866423-1562893582.png

    Sie seufzt erneut und ihr Blick fällt auf den Rucksack neben ihr. Zaghaft nimmt sie ihn auf den Schoß und öffnet diesen. Sie holt ihre paar Habseligkeiten aus dem Rucksack und breitet diese auf ihrem Bett aus. Danach lässt sie den Rucksack auf den Boden gleiten, ein dumpfer Aufschlag, wie er bei einem leeren Rucksack nicht vorkommen sollte, ist zu hören. Verwundert schaut sie auf ihren Rucksack und hebt diesen noch einmal auf. Sie durchsucht den Rucksack und findet ganz unten auf dem Grund einen versteckten Reißverschluss. Als sie diesen berührt und langsam öffnet, kommt die Erinnerung zurück und sie ist plötzlich sehr aufgeregt. Sie tastet in das versteckte Fach und holt ein ledergebundenes Notizbuch hervor, ihr Tagebuch... sie hatte schon fast vergessen, dass es dort lag. Seit ihrer Flucht damals aus Novaya Petrovka hatten sich die Ereignisse überschlagen, sodass ihre Gedanken einfach woanders waren. Jetzt begutachtete sie den Einband von allen Seiten. Auf der Vorderseite war eine kleine, verspielte Stickerei: "Alina" stand dort. Behutsam strich sie über die Buchstaben und seufzte. Ihre Mutter hatte diese Stickerei gefertigt. Sie vermisste ihre Mutter. Sie schaute noch einmal auf das Sofa neben ihrem Bett und schlug dann entschlossen das Tagebuch auf und begann einige Beiträge zu lesen...


    Alina lächelt bei der Erinnerung an diesen Tag... gespannt blättert sie ein paar Seiten weiter und liest einen anderen zufälligen Eintrag.

    Alina schaut traurig in die Ferne bei der Erinnerung. Ärztin. Das war immer ihr Traum gewesen, seit sie das erste Mal bei Ihrer Mutter auf Arbeit geholfen hatte. Verstohlen wischt sie sich eine Träne aus dem Gesicht, da dieser Wunsch unmöglich noch in Erfüllung gehen kann.

    Erneut blättert sie einige Seiten weiter.

    Alina schüttelt angewidert den Kopf bei der Erinnerung an diesen Tag. Seither hat sie nie wieder Fleisch angerührt. Schnell blättert Sie ein paar Einträge weiter.

    Alina blickt auf und wischt sich einige Tränen aus dem Gesicht. Kurz nach diesem Beitrag war ihre Oma plötzlich verstorben und die Erinnerung schmerzte. Ihr Opa war dann nie wieder derselbe. Sie legt das Tagebuch beiseite und lässt ihrer Trauer freien Lauf.

    Sie überblättert bewusst die nächsten Einträge, denn sie weiß, dass diese von Trauer getragen sind und liest, die Tränen wegblinzelnd, weiter.

    Alina lächelt. Wie dumm und einfältig sie doch gewesen ist. Sie hatte keine Ahnung von nichts. Selbst jetzt erfuhr sie erst langsam nach und nach, was in der Welt draußen vor sich ging. Hier in der Stadt, ihrer neuen Heimat, schien auch niemand mit ihr reden zu wollen. Immer, wenn es wichtig wird, hieß es: "Alina, kannst du bitte weggehen? Wir müssen hier unter 4 Augen reden!" Sie war es leid nicht ernst genommen zu werden. Womit hatte sie das denn verdient? Sie wollte auch wissen, was vor sich ging! Verbittert blätterte sie einige Seiten weiter.

    Alina blickt auf, nachdem sie den Eintrag gelesen hat. Dunja Lasarew... Was wohl aus ihr geworden war? Sie hasste dieses Mädchen. Aber den Tod wünschte sie ihr nicht. Vermutlich war ihre Familie geflohen. Wie so viele andere. Damals war ihr das gar nicht bewusst. Aber heute wusste sie, dass dies die einzige Erklärung für die plötzlich leeren Straßen Novaya Petrovkas gewesen sein muss. Sie blättert wieder einige Seiten weiter und senkt den Blick von Neuem auf das Buch.

    Alinas Blick fällt auf den nächsten Eintrag. Dieser hat nach einer längeren Pause stattgefunden. Es ist der vorletzte Eintrag dieses Buches. Sie liest ihn direkt.

    Alina seufzt, als sie sich zurück erinnert. Sie fragt sich, wo ihre Eltern wohl sind... und Enisa? Geht es ihnen gut? Sie muss demnächst nach Novaya zurück um zu sehen, ob sie zurückgekommen sind. Er hat es ihr versprochen. Er wird mit ihr dort hingehen... nur wann?

    Ihr Blick fällt auf den letzten Eintrag.

    Alina klappt das Buch zu und legt es beiseite. Sie ist erschöpft, da es sehr spät ist und die Vergangenheit sie aufgewühlt hat. Sie zittert am ganzen Leib bei der Erinnerung an das Zusammentreffen mit der Frau und an die Situation ansich.


    8f42e9-1564858401.pngMorgen, nimmt sie sich vor, morgen wird sie die aktuellen Ereignisse festhalten. Vielleicht würde es ihr helfen das ganze Chaos und die Angst und alles um sie herum ein wenig zu verarbeiten. Sie kann niemandem trauen, das weiß sie. Jedoch kann sie sich sicherlich dem Buch anvertrauen. Sie lächelt leicht und steckt das Buch in die Medizintasche ihrer Mutter, die sie immer dabei hat. Hier wird es sicher sein.

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    17 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Der nächste Tag...


    Alina ist früh wach. Sie schläft nicht sonderlich gut, seit er weg ist. Wer er ist? Der Anführer dieses Lagers. Das glaubt sie jedenfalls. Sie geht eine Runde nach draußen und sieht sich um. Unterwegs hebt sie zwei Äpfel auf, die unter dem großen Apfelbaum im Innenhof liegen. Alle scheinen noch zu schlafen. Sie geht zurück auf ihr Zimmer und schlägt das Tagebuch auf. Sie blättert zum letzten Beitrag und blättert noch zwei weitere Seiten um. Dann kramt sie einen Stift aus ihrem Rucksack und beginnt zu schreiben...


    Auf die erste Seite schreibt sie nur ein paar Buchstaben, die scheinbar keinen Sinn ergeben:

    V - S


    A - A


    P - M


    K - G


    J - N


    L - O


    R


    Sie blättert eine Seite weiter und beginnt sich zu erinnern....

    Als Alina Stimmen von draußen hört legt sie das Buch zurück in das Versteck in der Medizintasche ihrer Mutter. Sie steht auf und geht nach draußen.


    Später am selben Tag


    Es ist spät geworden und Alina schleicht sich hinauf in ihr Zimmer. Sie schaut auf das Sofa, es ist verlassen. "Natürlich", denkt sie... "er kommt und geht, wann er will".

    Sie kramt das Tagebuch und ihre pinke Taschenlampe hervor und setzt sich auf ihr Bett. Sie öffnet das Buch und schreibt einen kurzen Eintrag.

    Alina legt den Stift beiseite und klappt das Buch zu. Für heute war das alles. Sie legt sich schlafen.


    Einige Tage später


    Es ist Morgens. Alina sitzt allein unter einem Apfelbaum. Sie liebt Äpfel. Sie entdeckt einen im Gras und nimmt diesen an sich. Sie schaut sich kurz um, niemand scheint da zu sein - natürlich, sie sind ständig unterwegs. Sie denkt an den gestrigen Tag und die Tränen fließen direkt. Sie wischt sie sich mit dem Ärmel ab. Dann kramt sie in ihrer Tasche und holt ihr Tagebuch und einen Stift hervor. Einige Tränen fallen auf die Seiten, während sie vorblättert. Sie beginnt mit zittrigen Fingern zu schreiben.

    Alina setzt kurz ab und lässt ihrer Trauer freien Lauf. Was soll sie nur tun? Werden sie sie umbringen? Sie hat Angst... aber weiß auch nicht, wohin sie sonst gehen sollte... Als sie sich ein bisschen beruhigt hat schreibt sie weiter.

    Später am Tag


    Alina ist wieder in ihrem Zimmer. Sie braucht Ruhe, um alles zu verdauen. Sie holt ihr Tagebuch hervor und schreibt ein paar Zeilen.

    Am nächsten Abend


    Alina sitzt allein auf dem Dach eines Kiosks in der Zone. Sie schaut nachdenklich auf das Wasser und hört den Wellen zu, die an dem Pier zerschellen. Das Geräusch beruhigt sie. Es ist ruhig in der Zone, da alle schon zu Bett gegangen sind. Sie seufzt, holt das Buch und ihre Taschenlampe hervor und beginnt zu schreiben...

    Schaudernd packt Alina das Buch ein und lauscht noch etwas dem Meeresrauschen. Als sie sich schließlich schläfrig fühlt, geht sie in ihr Zimmer und legt sich ins Bett. Sie liegt noch eine ganze Weile wach, aber irgendwann siegt die Müdigkeit.


    Tags darauf

    Es ist wieder spät geworden und Alina liegt auf ihrem Bett und starrt die Decke an. Die Gedanken rasen in ihrem Kopf und lassen ihr keine Ruhe. Sie seufzt und setzt sich im Bett auf.

    Sie kramt ihr Tagebuch hervor und beginnt zu schreiben.

    Lächelnd und in Gedanken bei ihm legt sie das Tagebuch neben sich und schließt die Augen...


    Am nächsten Abend


    Alina liegt in ihrem Bett und kann nicht schlafen. Die Aufregung des vergangenen Tages sitzt ihr noch tief in den Knochen. Sie schaut neben sich und sieht die ruhig atmende Gestalt in ihrem Bett an. Sie lächelt. In seiner Nähe fühlt sie sich sicherer. Ganz leise, um ihn nicht zu wecken, schleicht sie sich aus dem Bett und holt ihr Tagebuch und die Taschenlampe. Sie setzt sich ans Bett gelehnt auf den Boden und schreibt zügig ein paar Zeilen...

    Alina schiebt das Buch in der Medizintasche ihrer Mutter unter das Bett und steigt zurück in dieses. Sie beobachtet ihren Beschützer eine Weile beim Schlafen, ehe ihr selbst die Augen zufallen..

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    18 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Milah

    Hat den Titel des Themas von „Alina“ zu „Alina.“ geändert.
  • Spät in der Nacht des nächsten Tages


    Alina ist aufgewacht. Sie hatte einen Albtraum. Panisch richtet sie sich auf und knipst ihre Taschenlampe an. Sie leuchtet durch das Zimmer... alles ist ruhig. Sie leuchtet auch neben sich ins Bett. Er liegt dort und schläft ruhig. Sie seufzt... Nur ein Traum... das passiert häufiger in letzter Zeit.

    Sie legt sich wieder hin und versucht wieder einzuschlafen. Es gelingt ihr nicht. Sie beschließt die Zeit genausogut produktiv nutzen zu können. Sie kramt die Medizintasche ihrer Mutter unter dem Bett hervor und nimmt das Tagebuch hervor. Zärtlich streichelt sie über den Einband.

    Dann öffnet sie es und beginnt zu schreiben....

    Sie legt das Tagebuch beiseite und holt die Landkarte hervor, die der Major ihr einst geschenkt hat. SIe sucht Cherno und fährt mit dem Finger die Route bis zu ihrem Zielort nach... wie sie es schon oft vorher getan hat. Wenn sie sich verirrt, wird sie verloren sein. Das weiß sie. Deshalb versucht sie sich so viel des Weges einzuprägen, wie möglich. Falls sie die Karte verliert. Bald, denkt sie sich, bald bin ich bereit aufzubrechen. Sie verstaut die Karte, löscht das Licht und legt sich hin.


    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    3 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Am Morgen des übernächsten Tages


    Alina flucht leise. Sie geht zu dem staubigen Bett des Hauses, lässt den Rucksack von ihrem Rücken gleiten und lässt sich nieder. Eine kleine Staubwolke wirbelt herum, als sie auf die heruntergekommene Matratze plumpst. Sie hat Mist gebaut. Mist. Mist. Mist. Sie lauscht. Draußen hört sie die Infizierten, die gerade noch hinter ihr hergewesen sind. Sie hatte sich gerade so in diese Stadt und dieses Haus retten können. Es waren ihr zu viele auf den Fersen gewesen, als dass sie dieses Haus noch einmal verlassen können würde. Sie hat Angst.


    Sie war weggelaufen. Raus aus dem sicheren Hafen. Weg von ihrer neuen Familie. Weg von ihm, der ihr so viel bedeutete. Und warum? Sie hatte Angst. Es hatte Streit gegeben. Sogar Schüsse waren gefallen. N. war wahnsinnig wütend deswegen gewesen. Morgen wollte er ein Gespräch deswegen führen. Alina fühlte sich schuldig. Sie hatte G. am Fenster gesehen und sie verraten. Und sie war es gewesen, die sie oben auf ihrem Balkon entdeckt hatte, als sie gerade mit der Waffe auf sie beide gezielt hatte. Zumindest hatte es so ausgesehen. O. war sauer gewesen und hatte auf sie geschossen. Alina hatte sich dazwischen gestellt. Aber sie war klein und nicht sonderlich stark. Dementsprechend hatte sie nicht viel tun können. Die Schuldgefühle hatten veranlasst, dass sie abgehauen war. In irgendeine Richtung. Sie kannte sich sowieso nicht aus. Sie war über Berge gegangen. Das wusste sie. Vermutlich nördlicher Richtung. Den Namen der Stadt, in der sie nun war, kannte sie nicht. Sie wusste nur, dass es ein Fehler war überhaupt hergekommen zu sein. Sie wollte zurück, aber wie?


    Einer der Berge, den sie überquert hat, hatte einen steilen Abhang. Sie war diesen vorsichtig hinuntergeklettert. Auf halber Strecke war sie jedoch ausgerutscht und den Rest des Berges halb runtergeschlittert, halb gefallen. Sie hatte sich den Knöchel verletzt. Eine kurze Untersuchung hatte ergeben, dass dieser nicht gebrochen war. Eher verstaucht, vermutete sie. Sie hatte ihn mit ein paar Zweigen und einem Verband stabilisiert, sodass sie noch laufen konnte. Wenn auch weitaus langsamer, als ihr lieb war. Dann war sie in dieser gottverlassenen Stadt angekommen und von Infizierten angefallen worden. Sie konnte das Haus nicht verlassen, ohne sich diesen stellen zu müssen. Sie seufzt und holt den Kompass heraus. Er hatte den Sturz nicht überlebt und funktionierte nicht mehr. Ohne ihn wusste sie nicht einmal in welche Richtung sie gehen sollte.


    Gedankenverloren spielt sie an einem Ring an ihrem Finger. Was für ein Schlamassel. Sie hatte ein Handfunkgerät dabei und auf einigen Frequenzen versucht jemanden zu erreichen. Erfolglos. Hier in der Gegend gab es keine Menschenseele.


    Da sie nun eh in diesem Haus fest sitzt holt sie ihr Tagebuch hervor und beginnt zu schreiben...

    Alina legt das Buch beiseite und seufzt. Sie nimmt den Verband an ihrem Fuß ab und untersucht diesen. Er ist etwas geschwollen. Sie hat leider nichts zum Kühlen dabei.. es muss so gehen. Sie verbindet ihn neu und legt sich auf die staubige Matratze. Sie deckt sich mit ihrer Jacke zu und weint leise. Warum war sie nur weggerannt?


    _______________________________________________________________________


    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    7 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • In der Nacht des darauf folgenden Tages


    Alina schleicht, so lautlos es mit ihren Stiefeln geht, den Flur entlang zu ihrem Zimmer. Sie schleicht hinein und schließt die Tür hinter sich. Ihr Herz klopft wie verrückt. Sie dreht sich um und schaut auf ihr Bett. Er liegt dort, scheint friedlich zu schlafen. Sie atmet erleichtert auf. Er hatte ihren Spaziergang nicht bemerkt.

    Sie schleicht zu ihrem Spind und öffnet diesen. Er quietscht erschreckend laut. Sie schaut schnell auf die Gestalt in ihrem Bett. Er rührt sich nicht, Glück gehabt. Wenn er sie jetzt in voller Montur erwischt hätte, wären nächtliche Spaziergänge nicht mehr möglich.


    Spätestens, wenn sie die Kombination des Tores geändert hätten, wäre sie gefangen. Sie legt schnell ihre Sachen ab und setzt sich aufs Bett. Sie hatte es geschafft. Sie hatte sich wieder davon geschlichen und es unbemerkt zurück geschafft. Sie schaut ihrem Gefährten eine Weile beim Schlafen zu. Er wirkt so friedlich und unbeschwert. Sie lächelt bei der Erinnerung an den letzten Abend.


    Leise holt sie ihr Tagebuch hervor und schreibt schnell ein paar Zeilen.

    Alina gähnt leise. Sie knipst die Taschenlampe aus, legt das Tagebuch in die Medizintasche ihrer Mutter und schiebt diese unters Bett.

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    2 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • 2 Tage später am Abend


    Alina sitzt auf ihrem Bett. Es waren langweilige Tage voll von Besorgungen und Baumaßnahmen und Fuß schonen und auf O. warten, der ziemlich schläfrig war in letzter Zeit. Sie seufzt und setzt sich auf ihr Bett. O. schläft bereits wieder. Sie holt ihr Tagebuch heraus und fängt an zu schreiben:

    Alina lässt das Buch sinken und schaut nachdenklich in die Ferne. Sie legt das Tagebuch in sein Versteck und legt sich schlafen.

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    4 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Am Abend des nächsten Tages


    Alina liegt neben O. auf dem Bett. Sie schnappt sich schnell ihr Tagebuch und die Taschenlampe, aus der Medizintasche unter ihrem Bett und schreibt schnell ein paar Zeilen.

    Alina lächelt und legt ihr Tagebuch und die Taschenlampe weg. Sie rückt näher zu O. und legt sich schlafen.

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    Einmal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Am nächsten Abend

    be8e9d-1563493132.jpg


    Alina sitzt verträumt auf dem alten Ledersofa auf dem Dach des Kiosks. O. hatte es hier hochgetragen und sie fand den Ort wunderbar, um die Seele baumeln zu lassen. Alles waren schon zu Bett gegangen. O. sogar in sein eigenes Bett diesmal. Aber das war okay. Er wollte sich sicher mal ganz in Ruhe ausschlafen.


    Alina schnappt sich ihr Tagebuch und eine Taschenlampe und schreibt schnell die Erlebnisse des vergangenen Tages auf.

    Alina blickt aufs Meer und klappt das Tagebuch zu. Sie rollt sich auf dem Sofa zusammen und seufzt. Als sie schläfrig genug ist, nimmt sie ihre Sachen und geht auf ihr Zimmer ins Bett.

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    2 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Zwei Tage später


    Alina liegt im Bett, mit offenen Augen. Sie ist zu aufgewühlt, um zu schlafen. Die letzten Tage haben sie sichtlich mitgenommen. Sie versteht vieles nicht und hat Angst. Sie dreht sich zu ihm um... er schläft ruhig... natürlich, er schläft immer gut. Vermutlich könnte eine Bombe im Nachbarort einschlagen und er würde es nicht einmal mitbekommen. Sie lächelt.

    Da an Schlaf derzeit nicht zu denken ist, holt sie ihr Tagebuch hervor. Liebevoll streichelt sie über den Einband, ganz in Gedanken bei ihrer Mutter. Sie lächelt erneut. Aber es ist ein trauriges Lächeln. Seufzend kramt sie ihre Gaslampe hervor und entzündet diese. Danach fängt sie an zu schreiben..

    Alina seufzt und lässt das Buch sinken. Gewiss ist noch mehr passiert, aber sie möchte nicht zu spezifisch werden, falls das Buch mal irgendwem in die Hände gerät. Immerhin ist die Medizintasche nicht das sicherste Versteck der Welt... Sie verstaut das Buch eben darin, löscht das Licht und legt sich wieder zu ihrem Gefährten ins Bett.

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    4 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Wieder 2 Tage später, abends


    Alina liegt im Bett und schaut ihrem Gefährten beim Schlafen zu. Sie lächelt still, als sie an die letzte Nacht denkt. Sie hatte Seiten an ihm und auch an sich entdeckt, die sie nie gekannt hat und sie hofft, dass sie diese Seiten noch öfter erforschen kann. Sie grinst schelmisch, ein bisschen verlegen, als ob jemand ihre Gedanken hören könnte... Sie seufzt und richtet sich auf, um ihr Tagebuch hervorzukramen. Sie fängt gleich an zu schreiben...

    Sie schaut noch lange die letzten Punkte an, die sie aufgeschrieben hat und ein entschlossenes, grimmiges Lächeln legt sich über ihr Gesicht. Irgendwann wird sie sehr schläfrig und ihr fallen die Augen zu. Sie schläft ein, das Tagebuch auf ihrem Bauch liegend.

    _____________


    Kleiner Anmerk: Das Tagebuch kann tatsächlich bei Alina gefunden werden, in ihrer Medizintasche, die sie meistens dabei hat. (Es handelt sich um eine Bibel)

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    4 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • In der Nacht des nächsten Tages


    Alina schreckt aus dem Schlaf hoch. Sie blinzelt einige Male, um ihre Augen an das Licht zu gewöhnen. Es ist stockdunkel und nur der Mond erleuchtet ihr Zimmer ein wenig. "Schon wieder dieser Traum", murmelt sie verschlafen und schaut neben sich. Die Bettseite ist leer. Sofort prasseln die Erinnerungen des Tages auf sie ein und erneut fließen die Tränen. Sie nimmt ihr Tagebuch und durchblättert die beschriebenen Seiten, bis sie eine leere Seite findet und schreibt einen kurzen Absatz...

    Sie lässt das Buch sinken, ganz in ihrer Trauer und Sehnsucht verloren und legt es neben sich, auf das leere Kissen. Sie liegt noch eine ganze Weile so da, bis der Schlaf sie übermannt.

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    Einmal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Einige Tage später


    Alina sitzt auf einem der Sessel in ihrem Zimmer. Sie sind alt und ein wenig dreckig, aber immer noch sehr bequem. Sie sieht sehr nachdenklich aus, als sei sie mit Gedanken ganz weit weg. Sie seufzt schwer und erhebt sich. Sie möchte das Zimmer gerade verlassen, da fällt ihr Blick auf die Medizintasche ihrer Mutter. Sie nimmt diese und öffnet sie. In ihr befinden sich fein säuberlich geordnet Verbände, ein Fieberthermometer und Medikamente, die sich in der heutigen Zeit als lebensnotwendig erwiesen haben. Dazwischen liegt ihr Tagebuch. Sie greift danach und nach dem Stift, der in einem kleinen Extrafach der Tasche liegt und geht damit zurück zu den Sesseln. Sie lässt sich nieder und beginnt zu schreiben…

    Plötzlich ertönen Schüsse draußen und Alina springt erschrocken auf. Das Buch fällt ihr aus der Hand. Sie flucht leise. Langsam sollte sie sich an die Schüsse gewöhnt haben. Die Schüsse waren sehr laut gewesen.. vermutlich in unmittelbarer Nähe. Vermutlich wieder ein Reisender im Kampf gegen die Infizierten. Sie schüttelt den Kopf. Das war sehr unklug so eine laute Waffe zu verwenden. Vermutlich hatte der arme Kerl nun die Infizierten von ganz Cherno an sich kleben. Sie lauschte auf weitere Schüsse, konnte aber nichts hören.


    Alina atmet ein paar mal tief durch, bis sie sich beruhigt hat… es kann nicht O. gewesen sein. Er ist weit weg und ihm geht es sicher gut… Sie schaut zu Boden, wo ihr Tagebuch gelandet ist. Es ist aus seinem Lederumschlag gefallen, aber das ist nicht das, was ihren Blick magisch anzieht. Neben Tagebuch und Lederumschlag lieget ein Briefumschlag auf dem Boden, den sie noch nie zuvor gesehen hat. Unsicher hebt sie alle 3 Dinge vom Boden auf. Sie befestigt das Tagebuch wieder in seinem Umschlag, überzeugt sich kurz davon, dass nichts beschädigt worden ist und legt das Buch beiseite. Dann besieht sie sich den Umschlag genauer. Er sieht älter aus, ist sehr dick und scheint mehrere Blätter zu enthalten. Als sie den Umschlag so dreht, dass Sie die Vorderseite sehen kann, rutscht ihr dieser aus der Hand. Sie schlägt die Hände vor dem Mund zusammen und kann nicht verhindern, dass ihr Tränen in die Augen steigen. Mit zittrigen Fingern hebt sie den Umschlag erneut auf und besieht sich den Namen auf der Vorderseite. Dort steht in einer sehr vertrauten Handschrift ihr Name: „Alina“. Sie hätte diese Schrift immer und unter tausenden wieder erkannt… es war die feinsäuberliche Handschrift ihrer Mutter.


    5d83ad-1564157979.pngAlina starrt die 5 Buchstaben eine ganze Weile an, Tränen laufen ihr über die Wangen und tropfen auf den Umschlag. Die ganze Zeit hatte sie gewartet, gehofft und gebangt. Sehnsüchtig nach einem Zeichen von ihren Eltern, einer Erklärung oder einem Treffen. Und jetzt hielt sie diesen Brief in der Hand. Er musste schon eine ganze Weile im Tagebuch-Umschlag versteckt gewesen sein…. wie war er nur dahin gelangt?


    Alina fasst all’ ihren Mut zusammen und öffnet den Brief. Er enthält mehrere vollgeschriebene Seiten, komplett gefüllt mit der Handschrift ihrer Mutter. Sie atmet noch einmal tief durch und beginnt zu lesen:

    Alina kann nicht glauben, was sie gerade erfahren hat. Sie kann die Tränen nicht aufhalten und versucht es auch gar nicht.

    Sie hatte in der Vergangenheit viele Vermutungen aufgestellt, aber damit hat sie niemals gerechnet. Ihre Mutter hatte sich freiwillig infizieren lassen? Es gab kein Gegenmittel… so viel stand fest… und ihre Mutter war wahrscheinlich tot, ihr Vater vielleicht auch… oder? Enisa lebte? Wartete sie noch immer in dem Haus? Es war mehr als ein halbes Jahr vergangen, seit jener Nacht. Sie liest den Brief erneut. Wieder und wieder. Sie schließt die Augen und atmet ein paar Mal tief durch. Sie weiß was zu tun ist. Wusste es schon, seit sie den Brief das erste Mal gelesen hatte. Sie muss da hin. Zu dem Haus.


    Sie holt ihre Landkarte hervor und sucht das kleine Küstendorf. Glücklicherweise kann sie einfach am Wasser langgehen, dann wird sie sich nicht verlaufen können. Es ist weit entfernt. Vermutlich ein ganzer Tagesmarsch, denkt sie sich. Aber sie hat keine Wahl. Sie muss gucken, ob ihre Schwester noch da ist. Ob sie immer noch auf sie wartet. Sie braucht Gewissheit. Sie steht auf und packt ihre Sachen. Sollte sie fahren? Sie fuhr nicht sonderlich gut, daher entscheidet sie sich dagegen. Sollte sie P. mitnehmen? Nein, sie muss da allein durch. Ganz allein…. sie fängt an ihre Sachen zu packen. Als sie fertig ist, reißt sie eine leere Seite aus ihrem Tagebuch heraus und kritzelt ein paar Zeilen darauf. Sie nimmt den Ring von ihrem Finger und dreht ihn eine Weile. Es ist besser, sie riskiert es nicht diesen zu verlieren. Sie verstaut diesen gut versteckt in einem ihrer Spinde und verriegelt diesen.


    Sie verlässt ihr Zimmer und schließt dieses ab. Den Zettel klebt sie mit Klebeband an ihre Zimmertür und dann geht sie Richtung Nahrungslager. Sie packt ein wenig Wasser und etwas zu Essen ein, dann begibt sie sich zum Tor und verlässt die Siedlung…. Sie hat keine Wahl.

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    4 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Später am selben Tag


    92d467-1564190134.jpg


    Sie hat es getan. Sie hat die Siedlung verlassen. Als sie gegangen ist, war noch alles ruhig. Keine Auffälligkeiten. Anscheinend waren noch alle am Schlafen. Sie öffnet das Osttor, verriegelt dieses wieder hinter sich und läuft durch das Industrieviertel von Cherno, vorbei am Leuchtturm und später durch das Hafengebiet von Elektro. Die Route war denkbar einfach. Immer am Wasser entlang. Bloß nicht abbiegen. Infizierte trifft sie kaum. Dennoch kommt sie nur langsam voran mit dem Gepäck, aber sie hat es ja auch nicht eilig. Menschen trifft sie keine unterwegs. Auch keine Infizierten. Sie durchquert jede Menge weitere Küstenstädte und Dörfer, aber alles ist ruhig. Selbst, als sie Svetlo durchquert trifft sie niemanden an. Sie verlässt das Krankenhausgelände durch das Haupttor und geht weiter Richtung Norden, bis sie letztendlich Berezhki erreicht. Nun ist sie hier, in dem Küstendorf, in dem ihre Mutter einst aufgewachsen war. Sie kennt das Haus, welches ihren Großeltern gehört hatte und erkennt es sofort. Ist aber auch nicht sonderlich schwierig, wenn es nur 5 Häuser gibt. Sie geht nicht direkt zum betrefflichen Haus, sondern wartet noch ein Weilchen verborgen am Waldrand. In dem Dorf scheint es kein Leben zu geben, weder Menschen, noch Infizierte. Kein Lüftchen regt sich und alles ist gespenstisch verlassen. "Bitte lass sie hier sein", murmelt sie, bevor sie sich aus dem Wald in Richtung des Hauses wagt.


    9b879a-1564190217.jpg


    Sie schleicht bis zur Tür und berührt dann die Türklinke. Sie drückt diese leise, fast lautlos herunter. Die Tür ist nicht verschlossen. Alina atmet ein paar Mal tief durch, dann öffnet sie die Tür. Sie durchquert das Haus und betritt alle Zimmer. Der Boden und die Möbel sind mit einer dicken Staubschicht versehen. Hier ist schon lange niemand mehr gewesen. Dennoch kann sie Fußspuren im Staub entdecken. Auch diese sind mit einer weiteren Staubschicht bedeckt und dementsprechend schon sehr alt. Aber das bedeutet, dass einst jemand hier gewesen sein muss. Nur ein Mensch, den Fußspuren nach zu sehen. Sie folgt den Fußspuren, diese führen direkt und geradlinig in die Küche und zum Ofen. Sie öffnet den Ofen, aber er ist leer, bis auf ein paar Zweige und halbverkohlte Blätter. Enttäuscht setzt sie sich auf einen der Stühle. Enisa ist nicht hier. Erschöpft und der Verzweiflung nahe sackt sie in sich zusammen und kann ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Die Aufregung, die Hoffnung, die Vorstellung ihre Schwester zu treffen... all das bricht über ihr wie ein Kartenhaus zusammen. Zurück bleibt nichts als Trauer. Sie sitzt eine ganze Weile so da, bis sie beschließt sich genauer umzusehen. Vielleicht findet sie ja trotz allem irgendwas, was ihr hilft. Sie schaut sich um und läuft in Richtung Kinderzimmer - das ehemalige Zimmer ihrer Mutter - im Staub entdeckt sie plötzlich merkwürdige Spuren, als hätte jemand versucht Spuren zu verwischen, hätte es aber sehr eilig gehabt. Sie führen bis zum Bett im Kinderzimmer. Alina schaut sich alles an, sie guckt unter der Matratze, im Nachttischschrank und auch in der Bettwäsche, findet aber nichts. Sie schaut unter dem Bett und hinter dem Bett. Auf dem Boden entdeckt sie etwas, was aussieht wie Schleifspuren. Sie kriecht vom Bett runter und schiebt das Bett unter großer Anstrengung ein Stück beiseite. Eine lose Diele kommt zum Vorschein, die nicht richtig geschlossen wurde. Anscheinend hatte es die Person hier sehr eilig. Sie hebt die Diele und ihr bleibt das Herz fast stehen, als sie ein kleines, schmuddeliges Päckchen hervorholt. Sie setzt sich auf das Bett und betrachtes das Päckchen von allen Seiten. Es ist klein und scheint überwiegend Papier zu enthalten. Sie spürt aber auch etwas hartes.


    882340-1564190546.png Vorsichtig öffnet sie das Päckchen. Es enthält tatsächlich zusammengefaltete Zettel. Sie faltet diese vorsichtig außeinander und zwei Ringe fallen auf das Bett. Alina lässt die Zettel sinken und schlägt die Hand vor dem Mund. Sie kämpft die Tränen zurück, aber es gelingt ihr kaum. Sie nimmt den kleineren Ring der beiden und betrachtet ihn.


    Er ist schlicht und golden. Auf die eine Seite ist ein kleines Kreuz † eingraviert, als Zeichen des Glaubens, umgeben von jeweils einem Stein links und rechts. Sie kennt diesen Ring nur zu gut. Wie oft hatte sie an ihm rumgespielt, am Finger ihrer Mutter. Sie schaut auf die Innenseite des Ringes und entdeckt die Gravur. Das Datum der Heirat, der 15. November 1985 ist eingraviert und daneben der Name Viktor... der Name ihres Vaters. Sie nimmt den anderen Ring. Er ist etwas größer und ebenfalls sehr schlicht. Auch er hat ein kleines Kreuz † eingraviert und auf der Innenseite das selbe Datum und den Namen ihrer Mutter - Irina. Sie ahnt bereits, dass dieser Fund nichts gutes bedeuten kann. Beide Ringe mit der einen Hand umschließend, nimmt sie den Blätterstapel mit der anderen Hand und stellt fest, dass es sich um einen weiteren Brief handelt. Sie erkennt die Schrift ihrer Schwester, aber es sieht sehr unsauber - fast in Eile - geschrieben aus.


    Sie faltet den Zettel auseinander und beginnt die Tränen wegblinzelnd zu lesen...

    Alina lässt den Brief sinken. Sie sind also tot. Sie ist traurig, aber nicht überrascht. Tatsächlich hatte sie es schon geahnt. Was sie tatsächlich schockiert, sind die Einzelheiten. Mutter hatte Vater umgebracht. Und Enisa musste Mutter erschießen. Sie schaudert und schließt die Augen für einen Moment. Das muss sie erst einmal verarbeiten. Gedankenverloren spielt sie mit den beiden Ringen. Sie ist einfach nur erschöpft und sehr müde. Sie steht auf und geht zur Haustür. Sie schließt diese und stellt fest, dass ein Schlüssel von innen steckt. Sie schließt die Tür ab und geht zurück ins Zimmer ihrer Mutter. Sie klopft das Bett ein wenig ab und legt sich hin. Sie liegt noch lange wach da, die Ringe in ihrer Hand und starrt in die Dunkelheit - die Gedanken kreisen wild in ihrem Kopf. Enisa lebt!


    Irgendwann bemächtigt sich der Schlaf dann doch ihrer und sie schläft traumlos ein.

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    2 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Am nächsten Morgen


    f3fdf0-1564272335.jpg


    Alina wacht auf und blinzelt einmal, bis die verschwommenen Umrisse schärfer werden. Sie braucht einige Momente, um sich zu orientieren. Dann erinnert sie sich. Sie war im Elternhaus ihrer Mutter und ihre Welt wurde kürzlich auf den Kopf gestellt. Sie ist ist traurig, aber dennoch sehr ruhig heute Morgen. Sie erhebt sich langsam und kramt ein Sandwich aus ihrer Tasche. Es sieht etwas matschig aus. Sie verzieht den Mund etwas, dann beißt sie in das Brot. Es ist etwas trocken, schmeckt aber ganz gut. Nachdem sie den morgendlichen Hunger etwas gestillt hat, kramt sie einen Zettel und Stift hervor und schreibt ein einziges Wort auf den Zettel "Chernogorsk". Danach nimmt sie den Zettel und versteckt diesen unter losen Diele unter dem Bett. Danach nimmt sie ihren Rucksack und geht ans Wasser. Sie setzt sich ans Wasser und schaut nachdenklich in die Ferne. "Enisa... wo bist du nur?", flüstert sie dem Meer entgegen.

    Nach einer Weile erhebt sie sich seufzend und macht sich auf den Weg... vor ihr liegt ein langer Tagesmarsch...



    Nachts am selben Tag


    Alina sitzt auf dem Bett im Gästezimmer. Sie ist erschöpft von der Arbeit des vergangenen Tages. Sie schaut vorsichtig auf das Bett der anderen Seite des Zimmers. N. schläft tief und fest... wenigstens schnarcht er nicht. Sie grinst. Er ist wirklich wie ein großer Bruder für sie.


    Sie kramt in ihrem Rucksack und holt ihr Tagebuch und einen Stift hervor. Schnell schreibt sie ein paar Zeilen.

    Sie ist müde, der Tag war sehr anstrengend. Erst die Reise, dann die Hilfe bei Terence... sie legt das Buch zurück in ihren Rucksack und legt sich ins Bett. Sie schläft sofort ein.


    _______________________________________________________________________


    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    2 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • In der nächsten Nacht


    Alina liegt wach. Seit Stunden. Wieder und wieder spielt sich die selbe Szene vor ihrem inneren Auge ab: Sie hebt die Waffe. Sie schreit "Peng!". Ein Schuss fällt und trifft G. mitten auf die Brust. G. schreit auf... und geht zu Boden... Die selbe Szene, wieder und wieder. Sie hebt die Waffe erneut und erneut und erneut. Sie kann sich einfach nicht beruhigen. Wie konnte das passieren? Wie konnte sie nur so dumm sein? Sie hatte sich riesig gefreut, als es G. endlich besser ging und sie ihr Exil verlassen konnte... Sie hebt die Waffe. Sie schreit.... Schreit laut und lauter.... Sie beißt in das Kissen, um die Schreie zu ersticken... die Bilder bleiben. Minuten - gar Stunden liegt sie so da... Sie hebt die Waffe... Irgendwann steht sie auf... läuft rastlos in ihrem Zimmer auf und ab... Sie hebt die Waffe.... Sie holt einen Joint aus ihrem Vorrat und zündet ihn an.. Sie hebt die Waffe... Sie nimmt einen tiefen Zug... das Gras von Terence ist wirklich gut... Sie hebt die Waffe... Nach einer Weile beruhigt sie sich... die Bilder verschwinden nicht, aber sie werden ihr egal... Sie muss aufpassen... wenn sie das Zeug zu oft konsumiert wird sie Probleme kriegen... Sie hebt die Waffe... aber es ist egal...


    Sehr viel später, als sie wieder einigermaßen klar denken kann, greift sie nach ihrem Tagebuch und beginnt zu schreiben... sie hat Probleme sich zu konzentrieren, schafft es aber unter großer Anstrengung...

    Sie setzt den Stift ab und atmet ein paar Mal tief durch... sie muss sich beruhigen... Sie hat noch mehr zu erzählen... aber die Bilder... die Bilder!!!

    Alina seufzt. Sie legt das Tagebuch beiseite und läuft weiter rastlos in ihrem Zimmer auf und ab... bis sie irgendwann vor Müdigkeit aufs Bett sackt..

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    11 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Einige Tage später, nachts


    Alina sitzt in der Ecke des Raumes, der ihr Nachtquartier sein soll auf dem harten, dreckigen Boden. Sie hat schon besser gehaust, aber hier konnten sie sich wenigstens alle niederlassen und der Ort war auch gut zu verteidigen, meinte N. Sie schaut sich um und sieht im Dunklen 3 Umrisse. Sie sind nur schwer auszumachen, aber wenn man weiß, dass sie da sind, kann man sie erahnen. Alle waren sehr erschöpft nach dem Marsch gewesen. Kein Wunder, sie waren eine ganze Weile gegangen. Die Reise war sehr angenehm gewesen… mitten durch die Natur und vereinzelte verlassene Städte. Das Wetter hatte auch mal mitgespielt und der Tag war einer sternenklaren Nacht gewichen. Sie seufzt… der Boden war so hart, dass sie nicht schlafen konnte. Die anderen schien das nicht zu stören. Sie kramt in ihrer Tasche nach ihrem Tagebuch und findet es erwartungsgemäß in der Medizintasche. Sie klappt das Buch auf, holt ihre Taschenlampe hervor und schreibt ein paar Zeilen.

    Alina lässt das Buch sinken. Sie hat mehr geschrieben, als sie erwartet hat, aber sie möchte nichts vergessen und hat vieles zu verarbeiten. Ihre Gedanken sind konfus und sie ist in ständiger Sorge. Von Tag zu Tag wird sie nervöser… sollte sie Cherno den Rücken kehren? Aber wo könnte sie allein hingehen? Sie schließt die Augen und atmet tief durch.. die Antwort schwirrt wie ein schwaches Echo durch ihre Gedanken... Nirgends...

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    2 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Einen Tag später, abends


    Erschöpft schleppt Alina sich die letzten Stufen zu ihrem Zimmer hoch. Sie geht den langen Flur entlang, ohne wirklich auf ihre Umgebung zu achten. An ihrem Zimmer angelangt schließt sie die - immer abgeschlossene - Tür auf und geht hinein. Sorgsam verschließt sie die Tür hinter sich. Sie seufzt. Der Tag hat viele Fragen aufgeworfen und keine davon will sie in Ruhe lassen. Sie holt den Joint hervor, den G. von Terence mitgebracht hat. Er sollte gegen die Schmerzen sein, aber sie hatte ihn Alina gegeben. Alina zündet ihn sich an, setzt sich an ihren Schreibtisch und entzündet die Gaslampe, die dort steht. Sie holt ihr Tagebuch hervor, nimmt einen tiefen Zug und schreibt…

    Alina drückt den Joint in dem Blumentopf auf ihrem Schreibtisch aus und atmet tief durch. Sie ist genervt, weil ihr alles so konfus und unnötig erscheint. Sie steht auf und läuft unruhig in ihrem Zimmer auf und ab. Sie weiß nicht, wie viel ihre Nerven noch ertragen können… sollte sie vielleicht allein los ziehen? Sich einfach mal umsehen? Wie groß wären ihre Überlebenschancen? Spielt das überhaupt eine Rolle?

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    5 Mal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Am nächsten Abend


    Alina sitzt am Wasser, eine Gaslampe brennt neben ihr und sie spielt - in Gedanken versunken - mit dem Ring an ihrem Finger. Wo er wohl steckt? Sie hofft es geht ihm gut. Eine Woche ist er jetzt schon weg. Die Sehnsucht wächst an jedem Tag. Wird sie ihn je wieder sehen? Sie schaut Richtung Industriegebiet und runzelt die Stirn. War dort eine Bewegung? Vermutlich nur ein Infizierter… Sie seufzt und nimmt das Tagebuch hervor…

    Sie klappt das Buch zu und atmet tief die frische Luft ein. Es ist mal wieder Zeit, sich zur Nachtruhe zu begeben….

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    Einmal editiert, zuletzt von Milah ()

  • 3 Tage später, abends


    e5b488-1565015477.jpg


    Alina sitzt etwas abseits auf einer Steinmauer und lauscht, wie Neo eine kurze Übersicht der letzten Tage an Strider übermittelt. Das meiste kennt sie schon, denn sie war dabei. Als Neo über die Unterhaltung mit Cancer spricht, die er heute geführt hat, hebt sie den Kopf und hört etwas interessierter zu. Ihr Blick ist undeutbar. Als G. sagt, sie müsse noch in die Stadt, steht auch Alina auf und macht sich wortlos auf den Weg in Richtung Zimmer, um ihren Rucksack zu holen. „Ist alles in Ordnung, Alina?“, ruft Neo ihr hinterher. Sie dreht sich um, schaut ihn an und sagt ehrlich: „Warum sollte denn nicht alles in Ordnung sein?“ Sie dreht sich um und geht weiter. Leise hört sie Neo hinter sich her murmeln: „Verarschen kann ich mich alleine“. Sie lässt es sich nicht anmerken, aber der Satz macht sie wütend. Muss sie jetzt schon Bescheid sagen oder sogar um Erlaubnis bitten, wenn sie nur auf Ihr Zimmer geht? Sie hat es satt, wie ein Kleinkind behandelt zu werden.

    Alina geht auf ihr Zimmer und holt ihren Rucksack und die kleinen Gurte, die ihre Medizintasche halten. Sie legt alles an und macht sich auf den Weg zurück Richtung Tor. Sie stellt sich kurz ein wenig abseits der anderen, holt das Magazin ihrer Waffe aus dem Rucksack und lädt dieses mit zusätzlichen Kugeln auf. Neo dreht sich überrascht um, um die Quelle des Geräusches ausfindig zu machen. „Achso, du bist das“, sagt er, als er sie entdeckt. „Muss ich dafür jetzt etwa auch noch um Erlaubnis fragen?“, fährt sie ihn an? Danach kommt es zur kurzen Auseinandersetzung. Sie hört aber nicht wirklich hin. Als sie in Richtung Tor geht, hört sie noch Strider hinter sich her murmeln. Sie versteht nicht alles, aber zwei Wörter schon: „Kleines Kind“. Ihr kommen die Tränen und sie geht schneller, öffnet das Tor und verlässt die Siedlung. Vor dem äußeren Tor bleibt sie stehen, wischt sich die Tränen aus den Augen und atmet tief durch. Sie lächelt grimmig. Kind? Wenn die wüssten…

    Sie streift ein bisschen durch die Stadt, guckt in dieses Haus und jenen Kiosk, ob noch was brauchbares die bisherigen Plünderungen überlebt hat, aber wirklich aufmerksam schaut sie sich nicht um. Ihre Gedanken kreisen um die Geschehnisse, die Behandlung ihrer Mitbewohner und einen anderen Ort. Sie seufzt.

    Sehr viel später schleicht sie sich zurück in die Siedlung. Beim Betreten schnaubt sie. „Sternenhimmel“. So heißt diese Siedlung übesetzt. Den richtigen Namen hat sie vergessen… Zestnoy oder so. Das konnte sie sich noch nie merken. Die Sterne sieht sie heute jedoch nicht. Sie schleicht sich in ihr Zimmer und schließt die Tür hinter sich ab. Sie geht zum Fenster und schaut hinaus. Es ist stockfinster. Alina holt ihr Nachtsichtgerät und schaltet dieses an. Jetzt kann sie mehr erkennen. Sehnsüchtig schaut sie quer über den Hof zu seiner Tür… wo er wohl steckt? Nach einer Weile holt sie ihr Tagebuch hervor, setzt sich an den Schreibtisch und beginnt zu schreiben.


    f93d69-1565015495.jpg

    Sie seufzt. Sie weiß, dass ihr Eintrag heute sehr hart und verbittert ausfällt. Sie lacht lautlos, aber es ist ein eher freudloses Lachen. Morgen ist ein neuer Tag. Vielleicht ein sonniger. Dann ist die Welt schon wieder ein Stück besser….

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    Einmal editiert, zuletzt von Milah ()

  • Am nächsten Abend


    Alina schleicht zurück in die Siedlung und ihr Zimmer. Sie lächelt und schaut etwas verträumt, nimmt die Umgebung kaum wahr. In ihrem Zimmer angekommen legt sie sich aufs Bett und starrt gedankenverloren die Decke an. Eine ganze Weile liegt sie so da, bis sie sich schließlich erhebt und an den Schreibtisch setzt. Sie entzündet die Gaslampe dort und holt ihr Tagebuch hervor. Ihr Blick wird ernster, als sie zu schreiben beginnt.

    Sie legt den Stift weg und schaut nachdenklich auf das Geschriebene. Sie reibt sich den Nacken, der etwas schmerzt. Auf dem Rückweg hatten sie ihr Auto zu Schrott gefahren. Ihr war es egal, da es ihnen beiden gut ging… Nichts, was man zur Zeit nicht noch ersetzen könnte..

    You cover your wounds, but underneath them
    A million voices in your head that whisper, "Stop, now"
    Another twist of the knife, turn of the screws
    It's all in your mind and it's fighting you

    2 Mal editiert, zuletzt von Milah ()