Beiträge von Tigerkatzitatzii

    Name: Victor Mironow

    Alter: 28

    Beruf: Bürgermeister von Stary Sobor

    Herkunft: Kamensk


    Aufgewachsen bin ich in Kamensk. Ein schönes kleines Dorf im Norden von Süd-Zagoria. Meine Schule war in Stary Yar. Den Berg rauf und runter konnte ich jeden Tag mit der Seilbahn fahren. Meine Eltern betrieben sie. Meine Mutter verkaufte die Fahrkarten und mein Vater reparierte die alte Anlage fast täglich. Er brachte mir viel bei über Elektronik. Nach der Schule fing ich bei einem Radiosender an. Zuerst durfte ich nur Kabel verlegen, aber später haben sie mich auch mal moderieren lassen. Als sie merkten wie viel Spaß mir das macht, wurde ich zum Moderator der Morgensendung “Steh auf Zagoria!” beim Chernarussischen Volkssender.

    Ich arbeitete dort für 10 Jahre. In der Zeit interessierte ich mich wahnsinnig für Politik. Jeden Tag las ich die Zeitung, schaute Fern als ich einen Fernseher besaß. Als ich hörte dass der Bürgermeister von Stary Sobor in den Ruhestand ging schrieb ich noch am selben Abend meine Bewerbung. Am nächsten Tag fuhr ich persönlich nach Chernogorsk zum Rathaus, dort musste man seine Bewerbung abgeben. Nach zwei Wochen erhielt ich die gute Nachricht, ich durfte den Posten antreten.


    Nun war ich Bürgermeister und das war herausfordernder als ich gedacht hätte! Das Budget war mehr als knapp und davon musste alles bezahlt werden. Nach Absprache mit dem Ministerium wurde unsere Polizeistation geschlossen. Nun befand sich die für uns zuständige Polizeistation in Novy Sobor. Somit hatte ich schon mal mehr Geld zur Verfügung. Zum Glück hatte ich keine Feuerwache, die sind verdammt teuer im Unterhalt! Mit dem Geld das ich jetzt mehr hatte subventionierte ich die Viehhaltung. Dadurch sanken die Fleischpreise. Bewohner auch von anderen Dörfern kamen zu uns um Fleisch zu kaufen und das dankte mir der Bauer und der Supermarkt sehr!

    Eines Tages lud mich der ansässige Schützenverein ein um über eine Finanzierung zu reden. Dabei schoss ich zum ersten mal mit einer Waffe, so wollten sie mich auf ihre Seite ziehen. Und verdammt es funktionierte. Sie wollten einen Kredit um sich diverse neue Sportgewehre kaufen. Als Schützenverein bekamen sie von der Bank keinen Kredit, aber ich könnte da was regeln meinten sie. Gesagt, getan, ich bekam einen Kredit von der Bank und der Schützenverein konnte sich die besagte Ausrüstung kaufen. Im selben Atemzug trat ich in den Verein ein. Mit Langwaffen konnte ich mich nicht anfreunden, aber mit Pistolen. Sie zeigten mir wie ich sie akkurat schieße und wie man sie reinigt. Pistolen und Revolver. Alles was größer war wollte ich nicht benutzen. Zu schwer und unhandlich.

    Anfang 2006 wurde es unruhig im Land. Ich versuchte noch schnell die Polizeistation wieder zu eröffnen, aber das war vergebens. Niemand wollte mehr Polizist werden. Immer öfter fuhren militärische Fahrzeuge durch unsere kleine Stadt. Ich riet den Bewohnern ihre Häuser zu verbarrikadieren, nur wenige taten es. Lange Zeit blieben wir verschont, aber eines Abends kamen Leute in die Stadt. Ich würde sie nicht als Soldaten beschreiben, sie plünderten den Supermarkt und die Arztpraxis. Der Leitende Arzt zog wohl eine Waffe und deswegen wurde er erschossen, das ging mir nahe. Wir kannten uns gut.

    Am 22.02.2007 wurden wir alle lautstark geweckt. Die Schießanlage des Schützenvereins wurde weggerissen und dort entstand ein Camp der CDF. Ich hatte noch nie so viele Soldaten auf einem Haufen gesehen. Meine Stadt und ich hab nichts mehr zu sagen.


    Als der Bürgerkrieg ausbrach fing das Militär an auf bewaffnete Zivilisten zu schießen. Zum Glück hatte ich mich gegen eine Langwaffe entschieden, die Pistole kann man immer gut verstecken. Ich machte es wie ein guter Kapitän, ich blieb in meiner Stadt bis zum bitteren Ende! Als die Seuche ausbrach war das für mich das Ende. Ich musste täglich die Befestigungen an meinen Fenstern und Türen verstärken, weil die kranken Menschen sehr aggressiv sind. Irgendwann entschloss ich mich dazu das sinkende Schiff zeitweilig zu verlassen. In anderen Städten zu schauen, wie es dort aussieht. Vielleicht trifft man noch Überlebende die eine Siedlung am Laufen halten, man könnte Handelsrouten einrichten. Jedenfalls werde ich Stary Sobor erst aufgeben, wenn die ganze Stadt in Schutt und Asche liegt, und dazu wird es nicht kommen!



    // Wenn angenommen in Ruhestand verschieben